Montag, 10. Dezember 2018

Geldanlage für Kopfmenschen: Eurofins Die Bazillenjäger von Eurofins

Eurofins: Seit 2007 stieg der Gewinn um gut 1200 Prozent

Europas führender Laborbetrieb bietet Anlegern großes Potenzial.

Nichts ist für den Ruf eines Lebensmittelkonzerns oder eines Klinikbetreibers schädlicher als verunreinigte Produkte oder kontaminierte Stationen. Aus der Vermeidung solcher Unfälle hat die französische Firma Eurofins Börsen-Chart zeigen ein ebenso einträgliches wie wachstumsstarkes Geschäftsmodell gemacht.

Hendrik Leber
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    Hendrik Leber hat einen Blick für ungewöhnliche Geschäftsmodelle und findet seine Ideen oft außerhalb des Börsenmainstreams. Er gehört zu den renommiertesten Value-Investoren und Fondsmanagern der Republik.

Mit vier Mitarbeitern ist sie 1987 gestartet - die Basis war ein Test, mit dem die Authentizität von Weinen wissenschaftlich geprüft wurde. Rund 150.000 pharmakologische, medizinische oder gentechnische Verfahren beherrscht Eurofins heute, rund 35.000 Mitarbeiter in 44 Ländern auf 5 Kontinenten arbeiten für den Konzern. Seit Ende 2007 versechsfachten sich die Umsätze auf 3 Milliarden Euro, der Gewinn wuchs um den Faktor 12.

Eurofins hat seine Technologie extrem weiterentwickelt. So werden inzwischen Chips eingesetzt, die Spuren von 21 unterschiedlichen Tierarten zugleich aus Lebensmittelproben herausfiltern. Ein anderes Verfahren kann 300 verschiedene Krebsarten identifizieren. Der Fokus liegt längst nicht mehr auf dem Aufspüren von Verunreinigungen und Schädlingen. Mit Tests für die Pharmaindustrie oder der Erforschung ertragssteigender Ackerbakterien hat sich die Firma längst ein zweites zukunftsträchtiges Feld erschlossen.

Der Markt besteht nach wie vor aus vielen kleinen Laboranbietern, die Konsolidierung hat gerade erst eingesetzt. Und die Franzosen gehören zu den wenigen Playern, die schlagkräftig genug sind, um durch Zukäufe zu wachsen. Das macht die Aktie teuer. Gemessen an den Perspektiven ist die Bewertung von Eurofins allerdings durchaus angemessen.

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