Mittwoch, 14. November 2018

Fußballmanagement Die dunkle Seite der Bundesliga

Bayern, BVB, Schalke: Die Kennzahlen der Bundesliga-Klubs
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7. Teil: Reinhold Würth, der heimliche Zentralbanker

Dort sitzt das Internationale Bankhaus Bodensee (IBB). Die Minibank mit 1,2 Milliarden Euro Bilanzsumme gibt Fußballfirmen auch dann noch Kredit, wenn es sonst kaum einer mehr tut.

Wenn der Lizenzierungsausschuss der DFL die Zahlenwerke der Problemklubs studiert, finden die Prüfer dort oft den Namen IBB. Der ist kaum ein Fußballdeal zu heikel. Transferrechte, Zuschauereinnahmen, Sponsorengelder: Die IBB akzeptiere fast alles als Sicherheiten von den Klubs. Fast die Hälfte der Erst- und Zweitligavereine soll zu ihren Kunden zählen.

Rege nachgefragt wird etwa das Angebot der Bank, Transfersummen teilweise vorzufinanzieren. So kann ein Klub kurzfristig die Liquidität schonen.

Mehrheitseigentümer Reinhold Würth

Nicht selten ist die Bodenseebank bei Vereinen an Bord, die jeden Cent brauchen. So war es 2011 bei 1860 München, so war es bei der insolventen Alemannia aus Aachen. Und so war es vor zehn Jahren in Dortmund, als der BVB an der Insolvenz vorbeischrammte.

Im Fußball sei die IBB "in Deutschland Marktführer", brüstete sich Vorstand Klaus Gallist bei der Bilanzpressekonferenz im vergangenen Jahr. Sogar bei ausländischen Champions-League-Teilnehmern finanziere die IBB Spielertransfers.

Ihr Risiko lässt sich die IBB natürlich ordentlich bezahlen. Stolze 19,8 Prozent betrug zuletzt die Eigenkapitalrendite vor Steuern. Das dürfte den Mehrheitseigentümer freuen. Der heißt Reinhold Würth. Seit 2006 gehören dem Schraubenkönig aus Künzelsau 90 Prozent der IBB.

Was EZB-Chef Mario Draghi für Südeuropas Pleitestaaten ist, ist Würth für darbende Bundesliga-Klubs: die letzte Hoffnung auf frisches Geld.

Ein Klubmanager sagt, halb anerkennend, halb neidisch: "Wenigstens für den Würth ist die Bundesliga ein glänzendes Geschäft."

Übersicht: Die Kennzahlen der Bundesligaklubs

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