Montag, 10. Dezember 2018

Sommelier-Empfehlungen Drei Weine zum Entdecken, zum Mitreden - und zum Versacken

GEVREY-CHAMBERTIN CLOS SAINT-JACQUES 1ER CRU: Domaine Jean-MarieFourrier, Burgund, 2002, 406 Euro

Zum Entdecken: Burgund ist das neue Bordeaux

Burgund ist wie ein Kartenspiel, das man auf den Tisch wirft: Es gibt ganz unterschiedliche Lagen von Grands Crus oder Clos (einzelne Weinberge), die häufig sehr versteckt sind. Und weil die Flächen so klein sind - das Burgund kommt nur auf ein Viertel der Reben des Bordeaux -, teilen sich oft mehrere Winzer eine Lage. Viele der großartigen Weine werden in kleinsten Mengen hergestellt.

Das treibt natürlich den Preis, aber den sind die Weine auch wert. Um bei den Kritikern zu punkten, sind Bordeauxweine zuletzt immer kräftiger geworden, mehr Holz, mehr Alkohol. Deshalb weichen viele inzwischen aus aufs Burgund: Die Weine von dort sind komplex, elegant und deutlich leichter, lassen sich also besser trinken. Ich habe schon seit Jahren eine Schwäche für die Premier-Cru-Lage Clos Saint-Jacques in Gevrey-Chambertin.

Die 6,7 Hektar teilen sich acht Winzer, jeder keltert nur ein Fass. Die markantesten und maskulinsten Pinots noirs kommen von hier. Besonders gute Weine macht Jean-Marie Fourrier, sie haben eine leicht saline Note, die ihnen eine Prägnanz und Würzigkeit verleiht, wie sie im Burgund sonst keiner hat. Die besten Jahrgänge sind 2002, 2005 und 2010. Der feine Wein passt gut zu eleganten Speisen und Trüffeln.

Bezugsquelle: www.frw.co.uk

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