Dienstag, 16. Oktober 2018

Geldanlage für Hedonisten Chanel-Handtaschen für Renditejäger

Chanel: Editionen wie die "Matryoshka" taugen als Anlage

Im Herbst bringt Chanel den Nachfolger jener Edition, deren beste Stücke ihren Preis verdreifachten.

Sogar ein Justizbeamter war nötig, um das Geschehen zu überwachen, als sich an einem Dienstagmorgen Ende November 2017 eine Menschenschlange vor der Tür des Kaufhauses "Colette" in der Pariser Rue Saint-Honoré 213 bildete. Das Objekt der Begierde: der auf 500 Paare limitierte Turnschuh "Pharrell Williams Hu NMD", den Chanel gemeinsam mit dem US-Popstar und Adidas entworfen hatte. Preis: 1000 Euro. Wer nach dem Anstehen Losglück hatte, bekam zwei Tage später eine E-Mail und durfte kaufen. Kurz danach wurden im Netz bereits Preise zwischen 30.000 und 40.000 Dollar für den Sneaker aufgerufen.

Uschka Pittroff
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    Uschka Pittroff berichtet für manager magazin als freie Autorin über Mode und Lebensstil. Ihre eigene Kelly würde sie nie verkaufen.

Der Klassiker bei Chanel sind indes Handtaschen. Und hier ganz besonders die 2.55, benannt nach der Erstauflage im Februar 1955. Damals kostete das Modell 220 Dollar, es wird heute für 4480 Euro im Laden angeboten. Gewöhnliche 2.55-Taschen verlieren zunächst an Wiederverkaufswert und taugen deshalb nicht als Investment.

Stark im Preis steigen dagegen immer wieder limitierte Editionen. Eine mit Emaille-Logos bestickte 2.55, die 2014 für rund 19.000 Euro verkauft wurde, ging schon 2015 bei einer Auktion in Hongkong für umgerechnet 26.400 Euro weg (einschließlich des 25-prozentigen Aufgelds für das Auktionshaus, was den Großteil des Gewinns wieder aufzehrte).

Wer ein paar Jahre länger wartet, hat da schon bessere Renditechancen. Eine "Matryoshka" in Puppenform von 2012 aus der Métiers-d'Art-Kollektion Paris-Bombay erzielte im vergangenen Dezember bei Christie's in Paris 18.750 Euro, das Dreifache des Originalpreises. Da lässt sich das Aufgeld verschmerzen.

Im Herbst kommt nun eine neue Limited Edition in die Boutiquen: die Métiers-d'Art-Kollektion "Paris-Hambourg". Die Métiers-d'Art-Stücke zeichnen sich durch ausgefallene Materialien aus und waren stets sehr gefragt. Wer eine Tasche ergattert und sie nur ganz selten und schonend trägt, hat gute Chancen auf einen Wiederverkauf mit ordentlich Gewinn.

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