Samstag, 15. Dezember 2018

Geldanlage Die sieben häufigsten Renditefallen

Fondsmanager: Helden von einst
REUTERS

8. Teil: Renditefalle VII: Automatisierte Handelssysteme

Mitunter versprechen Finanzgenies, ein Computermodell zu besitzen, das Trends aufspürt und so dauerhaft für eine höhere Rendite sorgt als der Markt. So wie John Taylor (70). Mit dem Global Currency Program und anderen Währungsstrategien wurde sein Unternehmen FX Concepts zum größten Devisen-Hedgefonds der Welt. Auf seinem Zenit, im Jahr 2008, hatten ihm Kunden 14 Milliarden Dollar anvertraut.

Mitte Oktober teilte FX Concepts nach herben Verlusten mit, dass es den Betrieb einstellen werde. Der Fonds war mit nur noch 661 Millionen Dollar nicht mehr profitabel weiterzuführen. "Das Ende von FX Concepts zeigt, dass viele Modelle nicht mehr funktionieren, weil die Zentralbanken stark in den Markt eingreifen und die unerwartete Wortmeldung irgendeines Staatssekretärs stärkere Reaktionen an der Börse verursacht als harte Wirtschaftsdaten", warnt Fondsexperte Julien Zornig von Astorius Capital in Hamburg.

FX Concepts ist kein Einzelfall. Schon vor einem Jahr schloss John W. Henry seinen nach ihm benannten Hedgefonds. Dessen Volumen war von mehr als 2,5 Milliarden Dollar im Jahr 2006 auf weniger als 100 Millionen Dollar geschrumpft. Henry galt lange als einer der größten Trendfolger aller Zeiten.

Seit einigen Jahren nun investiert er sein von "Forbes" auf 1,7 Milliarden Dollar geschätztes Privatvermögen antizyklisch, also gegen den Trend. 2002 erwarb er die Baseball-Mannschaft Boston Red Sox, die seit 1918 nicht mehr die World Series gewonnen hatte. 2010 kaufte er den britischen Fußballklub Liverpool FC.

Heute steht Liverpool auf einem der Spitzenplätze der Tabelle und die Red Sox holten Ende Oktober wieder den Titel, wie schon 2004 und 2007.

Der Fall zeigt, dass es für alle Seiten das Beste sein kann, wenn Anleger einem Starfondsmanager den Rücken kehren und ihn zwingen, sich neue Aufgaben zu suchen.

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