Samstag, 18. November 2017

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Hotspot für Künstliche Intelligenz Brain Valley - hier liegt Deutschlands heißeste Zukunftswette

Digitales Dreieck: Hotspot für KI im deutschen Südwesten
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picture alliance / dpa

Digitales Dreieck: Im deutschen Südwesten formiert sich ein Hotspot für Künstliche Intelligenz. Nur mit Geld tut sich die Szene schwer.

Die folgende Geschichte stammt aus der Ausgabe 8/2017 des manager magazins, die Ende Juli erschien. Wir veröffentlichen sie hier als Kostprobe unseres Journalismus' "Wirtschaft aus erster Hand". Damit Sie künftig früher bestmöglich informiert sind, empfehlen wir ein Heft-Abo.

Es waren drei kleine Meldungen, die aufhorchen ließen: Die Porsche SE Börsen-Chart zeigen, die die Stimmenmehrheit bei Volkswagen Börsen-Chart zeigen hält, hat Anfang Juni erstmals außerhalb der Autoindustrie investiert: in die PTV Group aus Karlsruhe. Der renommierte "PhD-Award" von Google Börsen-Chart zeigen wird diesmal nicht nur an Eliteunis verliehen, sondern auch an die Informatikdoktorandin Franziska Müller aus Saarbrücken. Ebenfalls im Saarland entsteht das neue Helmholtz-Zentrum für IT-Sicherheit, wo 500 Spezialisten die Abwehr von Cyberattacken erforschen sollen.

Was genau macht ausgerechnet Karlsruhe und Saarbrücken, zwei mittelgroße Zentren am Südwestrand der Republik, so attraktiv?

Die Infrastruktur. In der saarländischen Provinz sitzen IT-Forschungsstätten von Weltruf: zwei Max-Planck-Institute sowie das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), das weltweit größte seiner Art. Karlsruhe beherbergt am Institut für Technologie (KIT) die älteste deutsche Informatikfakultät und zwei einschlägige Fraunhofer-Institute.

Brain Cluster: Karlsruhe, Saarbrücken, Darmstadt und Kaiserslautern

Vervollständigt wird dieser Kompetenz-Hotspot durch zwei weitere Provinzstädte: Darmstadt mit seiner traditionsreichen Technischen Universität und zwei Fraunhofer-Instituten. Dazwischen Kaiserslautern, ebenfalls mit TU, Fraunhofer-Forschern und einem DFKI-Ableger.

In diesem Cluster, das von der Bundesregierung seit 2010 mit etwa 40 Millionen Euro gefördert wurde, arbeiten rund 100.000 Menschen in 11.000 IT- und Softwareunternehmen, die sich vor allem der Digitalisierung der deutschen Industrie verschrieben haben. Wie im großen Vorbild Silicon Valley bilden auch im Südwesten Deutschlands die Hochschulen und Forschungsinstitute den intellektuellen Kern.

Während in Berlin vor allem konsumentennahe Innovationen rund um E-Commerce, Apps und Lieferdienste vorangetrieben werden, widmen sie sich im "Brain Valley" der künstlichen Intelligenz (KI).

Nur wenn die Deutschen diese Entwicklung beherrschen, können sie ihre ausgeprägte Industriestruktur dauerhaft bewahren.

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