Freitag, 22. März 2019

Geldanlage Wie Anleger mit Steuersparmodellen Geld versenken

Steuersparmodelle: Die Politik macht ernst
DPA

4. Teil: Modell Goldfinger mit kleinen Lücken - die Steuerersparnis verpufft

Als so sicher, wie viele glaubten, erwies sich die in Millionärskreisen als "Modell Goldfinger" herumgereichte und erst im vergangenen Jahr per Gesetz ausgehebelte Konstruktion allerdings nicht.

Einem Frankfurter Investmentbanker etwa hielten die Finanzbeamten vor, dass er in London keinen gewerblichen Goldhandel, sondern eine private Vermögensverwaltung betreibe. Der Unterschied ist mehr als nur eine juristische Petitesse. Wird die Goldhandelsfirma als private Vermögensverwaltung eingestuft, gilt der Progressionsvorbehalt nicht.

Die Folge: Der Verkaufserlös zählt im Folgejahr als Einkommen, die Steuerlast steigt, der steuersparende Effekt der Goldhandelsfirma verpufft.

Im Fall des Investmentbankers bestätigte das hessische Finanzgericht die Rechtsauffassung der Beamten (11 K 3175/09). Damit sei dem "Modell Goldfinger die Grundlage entzogen", konstatiert der Bonner Steueranwalt Jens Schönfeld von der Kanzlei Flick, Gocke Schaumburg, der mehrere Goldinvestoren vertritt.

Wer seine Ansprüche künftig vor Gericht retten will, muss nachweisen, dass er in Großbritannien tatsächlich unternehmerisch tätig war. Dazu war beispielsweise ein eigenes Büro in London vonnöten, optimalerweise sollten dort auch ein paar Angestellte gearbeitet haben. Mit diesem Nachweis setzte sich jüngst ein westfälischer Unternehmer vor dem Finanzgericht durch, der 2007 eine "General Partnership" in London gegründet und für satte 32 Millionen Euro Gold gekauft hatte (6 K 3045/11).

Vorläufig zumindest - in den nächsten Monaten kommt es zum Showdown vor dem Bundesfinanzhof. Wenn er Pech hat, muss er den Gewinn versteuern und bleibt auf mehreren Zehntausend Euro, Anwalts-, Beratungs- und Gerichtskosten sitzen.

© manager magazin 7/2014
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