Dienstag, 27. September 2016

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Autoindustrie Car Wars

Car Wars: Wie Porsche, Audi, Daimler und BMW die neuen Angreifer abwehren wollen
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Elektromobilität, Digitalisierung und Sharing Economy bedrohen die etablierten Auto-Hersteller. Jetzt heißt es: Tesla, Google und Apple gegen Audi, BMW und Mercedes. Wer gewinnt den Kampf der Kulturen?

Der Gipfel steht an. Apple wird Audi treffen. Die neue Welt empfängt die alte, der Elektronikgigant den Automobilinnovator, Tim Cook (53) aus Cupertino, Kalifornien, Rupert Stadler (51) aus Ingolstadt, Oberbayern. Es ist Januar 2014, Audi-Chef Stadler und Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg (64) kommen von der Consumer Electronics Show in Las Vegas. Die Messe hatte den Automanagern ihren besten Platz freigeräumt: eine Stunde am Eröffnungsabend, zuvor etliche Jahre besetzt von der Word- und Excel-Macht Microsoft Börsen-Chart zeigen. Vor 3000 Elektronikenthusiasten im Chelsea Theater zeigten sie die Wunderwelt des vernetzten Audis.

Sie waren nicht länger Blechbieger. Sie waren Digital Natives.

In der Apple-Zentrale allerdings verfliegt die Hochstimmung der Audi-Chefs. Erst lässt sich Tim Cook entschuldigen. Termine. Cook will Audi zwar als Startpartner für sein neues Projekt "Carplay" gewinnen. Doch das sollen zwei andere Vorstandsmitglieder erledigen. Die Software- und Hardwareverantwortlichen geben dann einen zweistündigen Einblick in das applesche Verständnis von Kooperation, oder, die Beteiligten sind einigermaßen entrüstet, in applesche Arroganz.

Plötzlich ist alles umgekehrt. Audi Börsen-Chart zeigen will "Apple inside"? Dann sollen die Deutschen alles geben, aber nur wenig bekommen: voller Einblick in die Audi-Software gegen null Transparenz über die Apple-Codes. Das wäre nicht nur ein schlechtes Geschäft. Es ginge an die Ehre. Stadler und Hackenberg sagen ab.

Apple Börsen-Chart zeigen nistet sich schließlich bei Ferrari ein. Und Audi präsentiert sich wenig später als europäischer Startpartner eines anderen Internet- und Softwareriesen: Google.

Andere Automobilmächtige machten ähnliche Erfahrungen. Apple und Google Börsen-Chart zeigen, aber auch der koreanische Elektronikkonzern Samsung Börsen-Chart zeigen sind keine jener ohnmächtigen Zulieferer, die mitunter sogar Gebühr bezahlen, um ihr Produkt überhaupt präsentieren zu dürfen. Sie wollen nicht nur mitspielen. Sie wollen die Regeln diktieren.

Der künftige VW-Markenchef Herbert Diess (56) etwa, damals noch Entwicklungsvorstand des Konkurrenten BMW Börsen-Chart zeigen, kehrte im September einigermaßen ratlos von einem Trip ins Silicon Valley zurück. Google sei sehr tough aufgetreten ("Ihr wollt unsere Bedingungen nicht akzeptieren? Ihr werdet schon sehen, was ihr davon habt..."), bei Apple sei es freundlicher zugegangen. Am Ende aber hätten beide das Gleiche gefordert: die Kontrolle über die automobilinterne Informationsplattform.

Der Grund ist so einfach wie revolutionär: Die Firmen aus dem Silicon Valley glauben, dass sie über die Zukunft des Autos entscheiden werden. "Automobiler Fortschritt wird heute vor allem durch moderne Software bestimmt", sagt Sebastian Thrun (47), bis vor Kurzem Professor in Stanford. Er leitete die Entwicklung des Google Cars, einer autonom steuernden Automobilvision, er forschte in Stanford auch für VW.

Stimmt sein Schluss, ist die Autowelt des Jahres 2025 eine andere: Kalifornien regiert. Süddeutschland ist entthront.

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