Mittwoch, 15. August 2018

Alno trotz Hastor-Einstieg insolvent Das Imperium des bosnischen Hastor-Clans

Der Küchenhersteller Alno ist pleite

2. Teil: Prevents Erfolg wäre ohne Volkswagen nicht möglich gewesen

manager magazin

"Hastor kam als Flüchtling, hat sich das Unternehmen angeeignet und benutzt bis heute unseren Namen", klagt ein früherer Prevent-Boss. "Herr Winterkorn hat uns damals eine lückenlose Aufklärung versprochen. Passiert ist nichts."

Tatsächlich wäre Hastors Erfolg ohne Volkswagen Börsen-Chart zeigen nicht möglich gewesen. Der Patron genoss über Jahre das Vertrauen von Einkaufsboss Francisco Javier Garcia Sanz (59). Für 2,13 Millionen D-Mark durfte Hastor 42 Prozent des VW-Werks in Sarajevo erwerben und verdiente am Verkauf der Fahrzeuge mit. Dreimal erhielt Prevent vom Wolfsburger Autogiganten die Auszeichnung als Zulieferer des Jahres.

Prevent im Kaufrausch

Nützlich dürften neben dem guten Preis-Leistungs-Verhältnis auch Hastors Kontakte in der Heimat gewesen sein. Die sind offenbar so gut, dass sich selbst bosnische Behörden dafür interessieren. Der Vorwurf, Hastor habe dem früheren Staatschef Alija Izetbegovic eine Wohnung finanziert, wird 2006 zum Politikum.

Doch selbst die besten Beziehungen halten nicht ewig. 2008 beginnt es zwischen VW und Prevent zu kriseln. Damals stellte der Autobauer die Pkw-Montage in Sarajevo ein. Der Betrieb verkommt zu einer überdimensionierten Ersatzteilproduktion. Juniorpartner Hastor kann die Investitionszusagen gegenüber der bosnischen Regierung nicht einhalten. Noch heute ist ein Rechtsstreit anhängig.

Es ist die Zeit der Zäsur bei Prevent. Auf der Suche nach neuen Geschäften verfällt die Familie geradezu in einen Kaufrausch. Zu Treibern des Umbaus werden Nijaz' Söhne Kenan und Damir. 2008 setzt der Patriarch die an US-Eliteunis ausgebildeten Sprösslinge zunächst als Geschäftsführer ein und stellt ihnen Karl-Heinz Bierenbreier (63), einen früheren Daimler-Manager, als Sparringspartner zur Seite. Seit 2015 fungieren sie formell nur noch als Gesellschafter.

De facto wirkt der glatte, extrovertierte, aber auch kluge Kenan als CEO, Damir kümmert sich um die Zahlen. Wie ihr Vater scheuen sie das Rampenlicht. In Wolfsburg, wo sie seit Jahrzehnten wohnen, und selbst in Bosnien, wo die Familie mit rund 7000 Beschäftigten der größte private Arbeitgeber ist.

© manager magazin 3/2017
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