Freitag, 20. Juli 2018

Bulthaup-Chef Marc Eckert Warum der Küchen-Chef nicht kocht

Bulthaup: Die Neuheiten der Küchen-Chefs
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Bulthaup

Bulthaup-Chef Marc Eckert über die Langeweile der Perfektion - und darüber, warum er nicht kocht.

In Sachen Testimonials kann sich Bulthaup nicht beklagen: Teslas Elon Musk und Apples Jony Ive besitzen allein vier Bulthaup-Küchen. CEO Marc Eckert (47), Familienunternehmer in dritter Generation und Ex-Anwalt, weigert sich, übers Kochen und Brutzeln zu sprechen. Nicht sein Ding. Wir speisen bei seinem Lieblingsitaliener "Bellini" in Landshut: Dorade im Kartoffelmantel.

manager magazin: Warum treffen wir uns hier?

Marc Eckert: Weil das mein Wohnzimmer ist. Das Lokal hat für mich etwas sehr Persönliches. Mir ist das lieber als einer dieser Schickimicki-Italiener in München.

Der Laden ist wahrscheinlich mit Bulthaup ausgestattet.

Nein, und es geht mir auch gar nicht so sehr um die Qualität des Essens. Ich mag diesen Ort, weil hier die Seele zu Hause ist und schöne Momente bleiben.

Sie haben mal gesagt, jeder brauche seinen Lieblingsitaliener.

Jeder braucht ein Wohnzimmer, das kann auch ein Koreaner sein.

Sie jedenfalls entschleunigen beim Italiener.

Ich habe neulich mit einem Unternehmensphilosophen darüber diskutiert, dass in allen Menschen eine tiefe Sehnsucht nach Entschleunigung steckt, nach Aufmerksamkeit. Wir sehnen uns nach analogen Ereignissen.

Wie kommen Sie darauf?

Es gab noch nie so viele Burn-outs, und das in einer Zeit, in der es uns allen gut geht. Das liegt an dem Übermaß an Informationen, mit denen wir uns via Twitter, Facebook oder E-Mail zuschütten. Das kann kein Mensch mehr verarbeiten. Die Performancekünstlerin Marina Abramovic hat im MoMA in New York mal ein Experiment durchgeführt. Sie saß stundenlang reglos auf einem Stuhl, ihr gegenüber wechselnde Besucher. Sie sprach nicht, sah nur in die Augen. Manche haben sich entspannt, manche geweint, andere haben gelacht. Da wurden Menschen wieder zu Menschen.

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