Montag, 19. November 2018

Achten Sie auf: Erica Mann Die erste Frau im Bayer-Vorstand

Erica Mann bei der Bilanzpressekonferenz der Bayer AG im Februar 2016.
imago/Sven Simon
Erica Mann bei der Bilanzpressekonferenz der Bayer AG im Februar 2016.

Früher verkaufte die Südafrikanerin Krebsmittel und Babynahrung. Heute vermarktet sie Aspirin und wird die erste Frau im Bayer-Vorstand.

Das folgende Porträt stammt aus der Januar-Ausgabe 2016 des manager magazins.

Eine schnelle Handbewegung, und das Päckchen öffnet sich. Anschließend rieselt das Pulver auf die Handfläche, und ganz so als wäre es der Inhalt einer Tüte Ahoj-Brause, verschwindet das Aspirin anschließend im Mund. Ein Schmerzmittel to go ist ziemlich exakt das, was sich Erica Lilith Mann (58) unter Innovation vorstellt. "Es wirkt schnell, es schmeckt angenehm, und ich muss keine Zeit damit verschwenden, im nächsten Supermarkt nach einer Flasche Wasser zu suchen", wirbt die Frau, die seit fünf Jahren beim Leverkusener Pharmariesen Bayer das Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln unter sich hat.

Für Bayer ist die Sparte so wichtig, dass Ex-Konzernchef Marijn Dekkers (58) im Mai 2014 mehr als zehn Milliarden Euro für den Kauf der rezeptfreien Medikamente des US-Konkurrenten Merck ausgab und Mann Anfang Januar als erste Frau in den Konzernvorstand holte. Ihr Job wird es nun sein, die Risiken des klassischen Pharmageschäfts mit den stabilen Margen und Cashflows zu dämpfen, die das Consumer-Care-Geschäft abwirft. Die Südafrikanerin ist genau der Schlag Manager, mit dem Dekkers die rheinische Traditionsadresse aufgemischt hat. Tough und verbindlich, ständig in Bewegung, extrem fordernd, ganz stark auf Märkte und Kunden fokussiert.

Dass sie ihr Handwerk versteht, zeigte sie, als es um die Integration der Merck-Sparte ging - immerhin der zweitgrößte Zukauf in der Bayer-Historie. Schnell, glatt, geräuschlos lief der Zusammenschluss. Kaufen und gekauft werden - Alltag für eine, die sich in der US-Pharma-Welt nach oben gearbeitet hat: von der Pharmareferentin zur Nummer eins des Ernährungsgeschäfts bei Pfizer.

Seit ihrem Start bei Bayer hat die alleinerziehende Mutter zweier inzwischen erwachsener Söhne massiv dafür geworben, ihr Geschäftsfeld über Zukäufe auszuweiten, und sich mit zwei kleineren Deals auf den großen Aufschlag vorbereitet. Nun kontrolliert sie die globale Nummer zwei, aber nur 5 Prozent des weltweiten Marktvolumens. Mit anderen Worten: reichlich Potenzial für die kommenden Jahre.

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