Freitag, 1. Juli 2016

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Flughafen Berlin Methode Mehdorn

Missmanagement: Methode Mehdorn
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DPA

Große Worte, wenig Wirkung - Hartmut Mehdorn steuert den Pannen-Airport BER noch tiefer ins Chaos. Air Berlin fordert 48 Millionen Euro Entschädigung, Lufthansa und Bahn könnten nachziehen. Das Landgericht verhandelt heute.

Hamburg - Sie hätten sich leicht in einem ihrer großzügigen Büros verabreden können. Doch die Sache schien den Herren wohl zu delikat. So wählten die drei Spitzenpolitiker - Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit (60; SPD), Verkehrsminister Peter Ramsauer (59; CSU) und ein hochrangiger Vertreter Brandenburgs - für ihre Zusammenkunft am Abend des 21. Oktober eine Berliner Privatwohnung.

Das Trio wollte diskret beraten, wie es weitergehen sollte an der Spitze der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB), die den neuen Hauptstadt-Airport BER baut. Wiederholt hatte FBB-Chef Hartmut Mehdorn (71) gefordert, den Technikgeschäftsführer Horst Amann (60) abzusetzen. Im Raum stand nun die Befürchtung, Mehdorn werde hinschmeißen, sollte Amann nicht endlich weichen.

Das Drohszenario hat offenbar gewirkt. Zwei Tage später, in der nächsten Aufsichtsratssitzung, wurde der missliebige Amann abgesetzt und in eine Tochterfirma verbannt.

Was die Politiker trieb, Mehdorn nachzugeben, ist klar. Sie wollten in einer kippligen Lage ein wenig Stabilität erhalten. Der neue Airport wird und wird nicht fertig, die Kosten drohen auszuufern. Riskiert man da den Abgang des Chefs, den man erst Anfang März eingestellt hat?

Was die Politiker mit ihrer Gefälligkeit erreicht haben, ist genau das Gegenteil von Stabilität. Sie haben sich nun völlig einem Manager ausgeliefert, dem bislang wenig gelungen ist.

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