Freitag, 16. November 2018

Designer Thom Browne Guter Mann in Hotpants

Thom Browne: Hochwasserhosen und Schrumpfjacketts
Evan Kafka für manager magazin

3. Teil: Thom im Glück

Ermöglicht hatte ihm dies seine Bekanntschaft mit Rocco Ciccarelli (76), der im Stadtteil Queens eine der letzten Großschneidereien in den USA unterhält, wo man Anzüge noch mit der Hand und 25 Jahre alten Singer-Maschinen näht. "Alles, was ich über Stoffe und Schneiderei weiß", sagt Browne, "hat mir Rocco beigebracht." Dass sein Stil Männer drollig aussehen lasse, hält Browne für Unfug. "Im Gegenteil, Männer wirken in meinen Sachen originell, selbstsicher und richtig cool."

Zwei Jahre nach Betriebsgründung präsentierte er 2003 seine erste Kollektion; 2006 wurde er zum "Men's Wear Designer of the Year" ernannt, zwei Jahre später zum "Designer of the Year". Im vergangenen Jahr erhielt Browne, der erst seit 2010 Frauenmode entwirft, den angesehenen National Design Award und machte dabei die Bekanntschaft der Schirmherrin: Michelle Obama.

Sicherlich war diese Begegnung nicht von Nachteil, als Obama mit ihrer Stilberaterin Meredith Koop beratschlagte, was sie zur zweiten Amtseinführung ihres Mannes wohl überziehen sollte. "Ich hatte einfach Glück", sagt er. "Sie hatte von mir schon zweimal etwas getragen, und so gehörte ich zu den vielen, die sie in Betracht gezogen hat."

Glück ist etwas, das Thom Browne jetzt erst mal nicht mehr brauchen wird.

© manager magazin 4/2013
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