Mittwoch, 27. Mai 2015

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Airlines Schöner fliegen - die besten Lounges über den Wolken

First Class: Ein Blick in On-board-Lounges und Airport-Spas
Fotos
Jens Görlich

Suiten, Betten, Bordbar: Auf der Langstrecke übertrumpfen sich die Fluggesellschaften mit Luxus. Ein Blick in die First Class der besten Airlines der Welt.

Das hat man von seiner Großzügigkeit! Tim Clark (63), Chef von Emirates Airline, gönnt seinen besten Kunden ja schon reichlich Platz. Im Oberdeck des Superairbus A380 stehen den First-Passagieren eigene Suiten zu; kleine Hotelzimmer mit Minibar, die auf Knopfdruck aus der Armlehne poppt. Und die Business-Reisenden dürfen sich auf ausladenden Sitzen mit Massagefunktion aalen. Wo aber zieht es die teuren Gäste hin? In die Bordbar ganz hinten.

Eigentlich war die sogenannte Onboard-Lounge - grünlich glimmende Theke, Lederbänke - nur ein Experiment. Die Airline hatte sich offengehalten, den wertvollen Platz wieder mit Sitzen zu füllen. Daraus wird nichts mehr. Verschwände die Bar, bangt Clark, "würden wir auf einen Schlag die Hälfte unserer Passagiere verlieren."

Die Premiumkundschaft ist halt verwöhnt - und das nicht nur bei Emirates. Nie zuvor boten ihnen die Fluglinien auf der Langstrecke so viel Komfort und Service wie heute.

Während auf der Kurz- und Mitteldistanz die frugalen Billigflieger den Stil prägen, wird interkontinental geschwelgt. Die Linien überbieten einander mit noch mehr Beinfreiheit, Gourmetkost, glanzvollen Bodenlounges und Extras aller Art.

Da kann sich der gehobene Passagier von einem Chauffeur zu Hause abholen lassen, beim Zwischenstopp im Spa des airlineeigenen Wartetempels abtauchen oder das angegliederte Tonstudio nutzen, später über den Wolken im Inklusiveschlafanzug schlummern, dann noch im Flug ein Duschbad nehmen, bevor wieder der Chauffeur die Wagentür aufhält. Auch beim Interieur scheint es nur noch um Rekorde zu gehen. Singapore Airlines verspricht "die geräumigste Businessclass der Welt", Qatar Airways den breitesten Business-Sitz nebst dem größten Tisch und Bildschirm dieser Klasse. Und alle verheißen Hightech-Gestühl, das im Nu zu einem komplett flachen Himmel-Bett ausfährt.

Buhlen um die Premiumpassagiere

Das allgemeine Auftrumpfen gilt indes ausschließlich den Besserzahlern: den Inhabern von First- und Business-Tickets. In der Economyclass sitzt man eng wie eh und je, allenfalls besser unterhalten mit dem persönlichen Videosystem.

Da passt es, dass viele Unternehmen ihren fliegenden Unterhändlern auf der Langstrecke wieder die Businessclass erlauben, selten sogar die First. In der Finanzkrise hatten die Controller sogar Topmanager in die Holzklasse verbannt.

Angetrieben wird der Trend zum Luxus von mehreren Seiten. Zum einen steigt die Zahl der ambitionierten Airlines, die um internationale Premiumpassagiere buhlen; vornweg die Himmelsstürmer vom Golf: Emirates, Qatar Airways, Etihad. Zum anderen ist die Kundschaft wählerisch geworden und probiert gern einmal etwas aus.

Die Treue zu Nationalcarriern wie Lufthansa Börsen-Chart zeigen oder Air France Börsen-Chart zeigen erodiert. Und schließlich zwingen die Reiserichtlinien in vielen Unternehmen zum kritischen Vergleich. Die Manager dürfen schöner fliegen - aber zum günstigsten Preis. Der Wettbewerb ist eröffnet.

Wer aber zählt zu den besten Airlines, wer bietet das gefälligste Produkt? Und vor allem: Welche Aufmerksamkeiten helfen den strapazierten Vielfliegern wirklich weiter? Mit dem "Champion of the World" geht es der Luftfahrt wie dem Boxsport: Jeder kürt seinen eigenen Meister. Eine amtliche Rangliste fehlt, die zahlreichen Airline Awards sagen wenig aus, oft wirken sie fadenscheinig. Am meisten geben die Fachleute noch auf das Ranking des Londoner Marktforschers Skytrax, das auf Kundenbefragungen beruht.

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