Montag, 25. März 2019

Erneuerbare Energien Sonne am Ende des Tunnels

Neue Energie: Industrie schöpft Hoffnung
AFP

3. Teil: Analyst: "Solarstrom gegenüber Kohlestrom schon wettbewerbsfähig"

Wie Siemens haben die meisten deutsche Firmen im Bereich der erneuerbaren Energien nur noch Chancen, wenn sie weltweit aktiv sind und den regionalen Schwerpunkt bei Bedarf schnell wechseln. In der Solarbranche sieht es zudem für reine Modulhersteller weiter schlecht aus.

Besser dürfte es für Kraftwerksprojektierern wie Juwi, Gehrlicher, Wirsol oder Belectric ergehen. Sie sind in der Lage sich von heimischen Regionen zu lösen und mit ihrem Know-how neuen Märkten auf den Sprung zu helfen. Denn Deutschland oder Südeuropa verlieren 2013 weiter an Bedeutung, sind Branchenkenner überzeugt.

Das hat auch damit zu tun, dass sich die erneuerbaren Energien zusehends aus ihren Kinderschuhen hinausentwickeln. Förderprogramme wie in Deutschland, Italien oder Spanien sind auf dem Rückzug. In den Fokus geraten Länder, in denen der Energiebedarf stark wächst.

Dort ist beispielsweise die Solarenergie kein teurer Luxus mehr. "Wo viel Strom gebraucht wird und die Sonne scheint, ist Solarenergie wettbewerbsfähig - auch mit Strom aus Kohlekraftwerken", sagt EUPD-Mann Lohr. Dies sei beispielsweise in China der Fall. Laut Siemens ist Strom aus Steinkohle noch mindestens zwei Cent günstiger pro Kilowattstunde als Solarstrom (siehe Fotostrecke).

Vielerorts, wo noch gar keine Stromversorgung vorhanden ist, ist Fotovoltaik inzwischen erste Wahl. Um etwa 10 Prozent auf 35 Gigawatt werde der Weltmarkt in diesem Jahr auch deshalb wachsen, erwarten EUPD und andere Branchendienste wie IHS - obwohl die alten Märkte schrumpfen.

Ob und wie Aleo Solar in der Lage ist, sich davon auf Dauer ein ordentliches Stück zu schnappen, erörtern nun die Manager des Mutterkonzern Bosch. In der Uckermark probt der Fotovoltaikhersteller jedoch schon einmal die Wiederauferstehung. Außer den knapp 700 Festangestellten könnten bald auch wieder Zeitarbeiter mit Hand anlegen, heißt es im Werk.

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