Montag, 18. März 2019

Erneuerbare Energien Sonne am Ende des Tunnels

Neue Energie: Industrie schöpft Hoffnung
AFP

2. Teil: Siemens sieht wieder Chancen für Windenergie in den USA

Tatsächlich sind es ausgerechnet auch die Vereinigten Staaten, die die gesamte Erneuerbare-Energien-Branche hoffen lassen. Zwar erfreut sich das Land eines nicht gekannten Booms von Öl und Gas. Dennoch eilen die Installationen für erneuerbare Energien vor Rekord zu Rekord, weil auch deren Preise rasch sinken.

Im vergangenen Jahr floss in den Staaten trotz der Schiefergasschwemme mehr Geld in die Windenergie als in neue Gaskraftwerke (siehe Fotostrecke). Zudem wurden nach ersten Schätzungen Solaranlagen mit einer Leistung mit etwa drei Gigawatt installiert - so viel wie noch nie (in Deutschland waren es 7,6 Gigawatt).

In Kalifornien ist Strom aus der eigenen Solaranlage laut dem Branchendienst NPD Solarbuzz inzwischen nicht mehr teurer als mittägliche Spitzenlast-Elektrizität aus dem Netz. Leasingprogramme senken die Installationskosten für Hausbesitzer auf Null.

US-Windbranche feiert Wiederauferstehung

Vor allem bei der Windenergie herrschte trotz des Booms in den USA zuletzt jedoch Katzenjammer. Von einer "Grabesstimmung" und leeren Hallen spricht der Präsident des Bundesverbandes Windenergie, Hermann Albers, wenn er an die Messen des vergangenen Jahres in den USA denkt - staatliche Vergünstigungen drohten im Gerangel um die Fiskalklippe wegzufallen.

Doch die Haushaltsverhandlungen zwischen Demokraten und Republikanern brachten unverhofften Rückenwind, der US-Kongress verlängerte die Steuerrabatte für Solar- und Windenergie. "Heute feiert die gesamte Branche", jubelte der amerikanische Windenergieverband am Neujahrstag.

Auch für deutsche Firmen spielen die USA damit wieder eine größere Rolle, es macht sich allgemein vorsichtiger Optimismus breit. Nordex Börsen-Chart zeigen wartete zuletzt mit einem Höchststand beim Auftragseingang auf. Bei Investoren kamen auch die Nachrichten aus den USA gut an - die Aktie hat sich etwas aus ihrem Tal befreit.

Für Konkurrent Siemens Börsen-Chart zeigen sieht die Lage in den Vereinigten Staaten ebenfalls wieder besser aus. "Der US-Energiemarkt bleibt sehr wettbewerbsintensiv, die Preise für Erdgas liegen auf einem Rekordtief, und die Energienachfrage steigt nur langsam; doch je nach Auftragseingang für neue Windturbinen werden wir unsere Windkraftaktivitäten entsprechend anpassen", sagt ein Siemens-Sprecher gegenüber manager magazin online. Der Münchener Konzern hatte noch im Herbst 615 Stellen in seiner US-Windkraft-Sparte gestrichen.

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