Sonntag, 3. Mai 2015

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Axel Springer Eine gute Story

Springers Digitalgeschäft: Vorstoß auf Platz Vier
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DPA

Axel Springer ist hocherfolgreich im Digitalgeschäft. Vorstandschef Döpfner schickt seine besten Kreativen ins Silicon Valley - und beweist Mut zum Risiko. Taugt der Verlag als Vorbild für die Branche?

Hamburg - Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann (48) ist weggezogen und lebt jetzt mit Frau Katja und den vier Kindern in einer Wohn- und Arbeitsgemeinschaft in Palo Alto, Kalifornien, und zwar in jenem Teil, den man Old Palo Alto nennt, in einem Haus an der Kreuzung Washington Avenue und Cowper Street.

Eine flache, saubere Gegend ist dieses Old Palo Alto: guter, knapper Baugrund - sehr ruhig, sehr teuer. Die Häuser sind im Tudor-, Mauren- und spanischen Kolonialstil errichtet, mit Bögen und Pfeilern, Zinnen und Türmchen und allem Drum und Dran und vielen Schikanen nach hinten hinaus und mit sehenswerten Magnolien in den Gärten, mit Ginkgos, Weißeichen, Küstensequoien, mit Eukalypten, Akazien und Chinesischen Pistazien.

Über die Bäume von Old Palo Alto sind schon Abhandlungen verfasst ("The Trees of Palo Alto"), Gesänge angestimmt, Gedichte gereimt worden - ja der Name Palo Alto ("Hoher Mast") selbst nimmt Bezug auf eine hier kerzengerade sprießende Unterart des Mammutbaums.

Jede Menge raffinierter, zugeknöpfter Typen leben hier: Google-Patron Larry Page, Facebook-Leiterin Sheryl Sandberg, die Jobs-Hinterbliebenen von Apple, und auch Steve Young, der Ex-Quarterback der 49ers, ist ortsansässig.

Old Palo Alto geht dann ziemlich bald über in Palo Alto in Menlo Park in Mountain View in Sunnyvale in Cupertino in Santa Clara in San Jose und bildet schließlich das Silicon Valley selbst, das Heilige Land und Laboratorium des Fortschritts: Heimat von Google Börsen-Chart zeigen, Adobe Börsen-Chart zeigen, Ebay Börsen-Chart zeigen, Yahoo Börsen-Chart zeigen, Cisco Börsen-Chart zeigen, Amazon Börsen-Chart zeigen, Hewlett-Packard Börsen-Chart zeigen, Oracle Börsen-Chart zeigen, Intel Börsen-Chart zeigen, Apple Börsen-Chart zeigen, Facebook Börsen-Chart zeigen und der gesegneten Akademien von Stanford, neun Minuten mit dem Auto von Diekmanns Bleibe entfernt, eine Dreiviertelstunde, wenn er zu Fuß geht.

Hoffnungslos in der Klemme

Mitte September hat sich der Springer-Mann hier angesiedelt, gemeinsam mit Peter Würtenberger (46), dem Marketingleiter, und Martin Sinner (44), dem Gründer von Springers Preisvergleichsfirma Idealo. Auch Sinner hat seine Familie mitgebracht. Bis Mitte Februar wollen sie bleiben, vielleicht auch länger. Das wird man Mitte Februar dann schon sehen.

Die drei sollen das Dickicht des Digitalen erkunden und sich Klarheit darüber verschaffen, was sich so machen lässt: Austausch und Bekanntschaft, Vernetzung und Vereinigung sind, wonach den Springer-Spähern der Sinn steht auf ihrer Expedition, die zuvörderst auch der Orientierung des Konzerns dient und der Erweiterung seines Offensivrepertoires.

Ihr Auftrag, sagt Diekmann, habe gelautet: "Geht in den digitalen Maschinenraum! Versucht, möglichst viel zu lernen und natürlich die eine oder andere Anwendung beziehungsweise Technik für unser Kerngeschäft zu entdecken."

Ihre Arbeitszeit verbringen Diekmann, Würtenberger und Sinner mit Gesprächen, Gesprächen und abermals Gesprächen: Sie träfen sich mit "Leuten von der Stanford University, von Rocket Space, mit Jeff Jarvis oder mit Managern von Google Börsen-Chart zeigen . Wir gehen auf Konferenzen wie die Techcrunch oder besuchen Inkubators: Wir wollen den digitalen Spirit begreifen".

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