Dienstag, 26. Mai 2015

Alle Artikel und Hintergründe

Berater Zahl, schau, wem

Ranking: Die besten Berater 2012
Fotos
manager magazin

Unternehmen fordern von Beratern Orientierung in unsicherer Zeit. Ein Leistungsvergleich klärt, wer von der Power-Point-Prominenz das Vertrauen der Kunden verdient.

Hier wurde keine Minute vergeudet, Arbeitseinsatz bis Ultimo, höchst effizient das Ganze, sozusagen à Power-Point. Der Weltchef der Boston Consulting Group, Hans-Paul Bürkner (60), trat zum Jahresende ab, und zwar, daran hatte er intern keinen Zweifel gelassen, exakt am 31. Dezember 2012 um 23:59,59 Uhr. Um jeglicher Zeitzonendebatte beim globalen Consultant den Boden zu entziehen, hatte der Rückzugsbereite auch gleich klar gemacht, was galt: die Hawaii-Standard-Time.

Was so leichtfüßig als Humoreske in die Geschichte trippelt, hat einen durchaus ernsten, womöglich tiefenpsychologischen Hintergrund: Bürkner will eigentlich nicht weg. Aber es ging halt qua Satzung nicht länger. Neun Jahre respektive drei Amtszeiten stand der Ostfriese an der BCG-Spitze.

Jetzt dürfen auch mal andere ran. Der Amerikaner Rich Lesser (49), der nach mehreren Wahlgängen siegte, ersetzt Bürkner. In Deutschland wechselt die Führung ebenfalls. Christian Veith (54), einst von Bürkner installiert, wird einer von zwei Europa-Chefs; ein neues Managementteam unter der Leitung des Seniorpartners Carsten Kratz (45) hat übernommen.

An die neuen Leute knüpfen sich Hoffnungen, einige Partner verbinden damit einen Richtungswechsel, andere einen Klimawandel, und alle fragen sich: Wo geht's denn künftig lang, Rich?

Gut beraten sind die Frontrunner, wenn sie die Kernkompetenz von BCG stärken: die Strategieberatung. Das Hin- und Herwälzen von Gedanken, unter gelegentlicher Missachtung der aufblitzenden Dollar- und Eurozeichen, das hat die Bostoner Vordenker berühmt und berüchtigt gemacht.

Welche Projekte den Kunden wichtig sind

Diese Geisteshaltung ist künftig mehr denn je gefragt. Exklusiv für manager magazin hat der Wirtschaftsprofessor Dietmar Fink die führenden deutschen Managementberater geprüft. Der Bonner Forscher ermittelte, wie zufrieden die Kunden mit ihren Ratgebern sind, was die Unternehmen von ihnen verlangen und für welche Projekte sie mehr Geld ausgeben wollen.

Die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung:

  • In einer unsicheren Zeit, in der die Weltwirtschaft wankt und Geschäftsmodelle kippen wie Baken im Wirbelsturm, wollen die Unternehmen vor allem Hilfe bei der strategischen Planung: Konzepte, Visionen, Weltideen. Momentan besonders hilfsbedürftig: Energieversorger, Banken, Autohersteller.
  • Die Vergabe solcher Aufträge überlassen die Firmen nicht der Einkaufsabteilung, die Berater ordert wie Bleche, Bleistifte oder belegte Brote. Die Chefs mischen sich wieder mehr ein, setzen Themen, kehren Millionenetats aus.
  • BCG liegt im Gesamtranking knapp vor McKinsey; die Konkurrenten Berger, Bain und Booz folgen mit respektvollem Abstand. Auch in den Fachdisziplinen und Wissensgebieten ringt das Duo in erster Linie miteinander (siehe Grafiken).

Keine Frage: Mit Strategievorhaben lässt sich gutes Geld verdienen. Aber welche Strategie haben die Dienstleister selbst?

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 12/2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH