Karrieremanager magazin RSS  - Karriere

Alle Artikel und Hintergründe


09.01.2013
Twitter GooglePlus Facebook

Forschung
Die Erfolgsformel von Max Planck

Von Michael O. R. Kröher

Max-Planck-Gesellschaft: Erfolg durch Freiheit
Fotos
Steffen Roth für manager magazin

Göttingen statt Harvard, Potsdam statt Boston: Wie es die Max-Planck-Gesellschaft schafft, weltweit an der Spitze mitzuspielen - und die besten Forscher der Welt anzulocken.

Besucher finden in Peter Seebergers Büro Irritierendes vor: Schräg hinter dem Schreibtisch, griffbereit abgerückt von der Wand, hängt ein Baseballschläger. Das martialische Hartholz dient dem Gelehrten jedoch weder als Waffe noch zur sportlichen Betätigung. Es ist eine Trophäe, überreicht vom US-Fachblatt "Technology Review" an einen der seinerzeit "wichtigsten Innovatoren unter 35".

Seeberger, heute 46, sollte damit sinnbildlich weite Bälle schlagen, Punkte gewinnen, Siege erringen.

Der ungewöhnliche Talisman hat gewirkt, in den vergangenen zehn Jahren ist dem Chemiker eine rasante Karriere gelungen: Von seinem Lehrstuhl am weltberühmten Massachusetts Institute of Technology (MIT) wechselte Seeberger zunächst an die kaum weniger renommierte ETH Zürich. In den dortigen Labors fand er so luxuriöse Arbeitsbedingungen vor, dass er sich schwor: "Aus der Schweiz müssen sie dich mit den Füßen zuerst raustragen."

Es kam anders. Seeberger ging zurück nach Deutschland, wurde Direktor am Max-Planck-Institut (MPI) für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam-Golm. Dort ist er nun dabei, einen völlig neuen Wissenschaftszweig aufzubauen: die Glycan-Chemie: Komplex verzweigte Kohlehydratmoleküle ("Glycane") sollen die Forschung, die Industrie und die alltägliche Umgebung ähnlich umfassend verändern wie einst die Protein- oder die Polymer-Chemie.

Schon sind erste Durchbrüche zu bewundern. Seebergers Team hat mehrere Impfstoffe entwickelt, darunter einen gegen Malaria. Im Tiermodell hat er hundertprozentige Wirkung gezeigt. Die Vakzine könnte also schon bald eine Geißel der Menschheit stoppen, den Tod von jährlich Hunderttausenden Malariakranken verhindern.

Wichtigste Maxime: Freiheit

Das Erstaunliche: Seeberger kam nach Deutschland zurück, obwohl er sein Basisgehalt durch seinen Wechsel in etwa halbierte. Er steht, so gesehen, exemplarisch für das Phänomen Max-Planck-Gesellschaft (MPG): ein eingetragener Verein zum Zweck der Grundlagenforschung, der mit einem relativ bescheidenen Jahresbudget von rund 1,8 Milliarden Euro zur Weltspitze gehört, dessen 80 Institute attraktive Arbeitsstätten sind für die Besten der Guten. Zum Vergleich: Die Helmholtz-Gemeinschaft verforscht jährlich über 3,4 Milliarden Euro.

Die Bilanz der MPG kann sich sehen lassen: Die Publikationen der rund 5400 Forscher werden öfter zitiert als die aus jeder anderen europäischen Institution. Von den 24 Deutschen, denen seit dem Zweiten Weltkrieg ein wissenschaftlicher Nobelpreis zugesprochen wurde, waren 17 Max-Planck-Forscher. Die einträglichsten Patente der deutschen Geschichte (ausgestellt für die Massenproduktionsverfahren der Kunststoffe Polypropylen und Polyethylen) wurden am Mülheimer MPI für Kohlenforschung erdacht.

Was ist das Geheimnis hinter dem Erfolg dieser einzigartigen Wissenschaftsorganisation? Wie gelingt es der Max-Planck-Gesellschaft, trotz vergleichsweise karger Mittel, den Anschluss an die Weltspitze der Forschung zu halten?

Zur Startseite
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • deli.cio.us
  • Pinterest

Weitere Artikel zu Diesem Thema

Zöllner im Rückreiseverkehr
Öffnen Sie bitte die Heckklappe!
Neue Studie
Frauen verdienen nur halb so viel wie Männer
Urteil zu Diskriminierung
Transsexuelle Frau darf verwechselt werden
Prämien für Azubis
Wer jetzt kommt, kriegt doppeltes Gehalt


Das Max-Planck-Prinzip

  • Exzellenz
    Bis zu 15 Gutachten aus aller Welt werden eingefordert, bevor ein Forscher zum "Wissenschaftlichen Mitglied" der Max-Planck-Gesellschaft berufen wird. Neben der Forschungsleistung wird auch die Zukunftsorientierung bewertet.
  • Freiheit
    Nach seiner Berufung kann je der Institutsdirektor forschen, woran er will und wie lange er will. In seiner Abteilung hat er absolute Personalhoheit.
  • Vertrauen
    Die Forscher entscheiden allein, welche Methoden und Geräte sie einsetzen. Die Labors werden in der Regel nach den individuellen Ansprüchen und Erfordernissen neu gebaut.

Beliebter Arbeitgeber: Personalentwicklung der Max-Planck-Gesellschaft
manager magazin

Beliebter Arbeitgeber: Personalentwicklung der Max-Planck-Gesellschaft


Das neue manager magazin

Heft 9/2014
Red Bull
Erst Formel 1, jetzt Fußball: Wie der österreichische Brausehersteller zur Weltmacht im Sport wird








Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Handytarife: Finden Sie den passenden Tarif Handytarifvergleich:
Finden Sie den passenden Tarif
Handytarife: Finden Sie den passenden Tarif Tablet Tarifvergleich:
Surfen Sie günstiger