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20.12.2012
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Zalando
Die größte Internetwette Deutschlands

Von Sören Jensen, Thomas Katzensteiner und Astrid Maier

Zalando: Die Gründer und die Investoren
Fotos
Matthias Lüdecke

2. Teil: Noch nie haben die Samwers so lange an einem Investment festgehalten

Häufig, wenn die Samwers in den vergangenen zehn Jahren ein Start-up hochzogen, verdienten am Ende nur sie und ihr engster Geldgeberkreis. Zurück blieben diejenigen, die guten Mutes und voller Vertrauen die Objekte von den Samwers gekauft hatten.

So drehte das Trio dem schwäbischen Verleger Stefan von Holtzbrinck das Studierenden-Portal StudiVZ an, bevor dieses von Facebook Chart zeigen niedergewalzt wurde. Auch die Erfolgsgeschichte des Klingeltondienstes Jamba währte nach dem Verkauf nicht lange. Zuletzt zockten die Samwers beim Skandalbörsengang des Rabattanbieters Groupon ab. Der Online-Gutscheinanbieter Citydeal, für den die Samwers 2010 Anteile an Groupon erhielten, steuert gemeinsam mit dem Mutterkonzern dem Niedergang entgegen. Groupon notiert nur noch mit einem Bruchteil des anfänglichen Börsenwerts.

Bei Zalando könnte dasselbe drohen, wenn die Samwers und die Investoren der ersten Generation in den nächsten Jahren aussteigen. Ihr Ziel ist es schließlich, den Online-Händler an die Börse zu bringen, wenn sich nicht überraschend ein Käufer vom Schlage Amazons findet.

Noch nie haben die umtriebigen Geschwister so lange an einem Investment festgehalten wie hier. Noch nie haben sie so viele Arbeitsplätze geschaffen, noch nie ein Unternehmen so weit entwickelt wie dieses. Gewinnen die Samwers, so werden sie ihr ohnehin erhebliches Vermögen über die Milliardengrenze hieven. Verlieren sie, so ist ihr vorgeschädigter Ruf gänzlich dahin. Dann wäre wohl auch ihr Start-up-Inkubator Rocket Internet bald Geschichte. Denn wer würde den Samwers dann noch Geld geben?

Erste Umsatzmilliarde bis Ende 2012

Doch vorerst sind Wachstum und noch einmal Wachstum angesagt. Bis Ende des Jahres dürfte Zalando die erste Umsatzmilliarde erreicht und damit das Geschäft gegenüber dem Vorjahr verdoppelt haben. Der Mode-Shop ist bereits in 14 europäischen Ländern online.

"Wir werden auch 2013 stark weiterwachsen", sagt Rubin Ritter (30), ein ernst wirkender Jungmanager im blauen Strickcardigan und einer von drei Zalando-Geschäftsführern. Mit verschränkten Armen und Beinen, in Abwehrposition wie das ganze Gebäude, sitzt er am Konferenztisch und wägt seine Worte achtsam ab. Bei den Samwers sind Geschäftsführer in der Regel kaum mehr als Projektleiter - mit nur kleinen Anteilen am Unternehmen und den hochaggressiven Samwers im Rücken.

Die mischen sich nach Belieben ins Geschäft ein. So hatte Oliver Samwer dafür gesorgt, dass die Kosten der ausufernden Fernsehwerbung das aufstrebende Unternehmen nicht vollends erdrückten. Mit dem Sender ProSiebenSat.1 Chart zeigen handelte er ein innovatives Gegengeschäft aus. Für die Schaltung der Reklame berechneten die TV-Werber nur einen Bruchteil der sonst üblichen Entgelte. Dafür wurde das Medienunternehmen am Umsatz beteiligt.

Die Samwers haben auch die Strategie vorgegeben. Der Markt soll dichtgemacht werden - so dominant besetzt, dass keinem Konkurrenten Luft zum Atmen bleibt.

Bisher allerdings hat Zalando nur Geld verbrannt. Das Unternehmen wirbt massenhaft, investiert zudem kräftig in Mitarbeiter, IT-Systeme und Logistik. Mit dem Umsatz wuchsen die Verluste.

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