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14.12.2012
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Finanzplatz London
London Falling

Von Ulric Papendick

Finanzplatz London: London kämpft um seine Vormachtstellung
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DPA

5. Teil: "Das Finanzwesen dominiert alles"

Die britische Regierung hat derlei Kaltschnäuzigkeit offenbar wenig entgegen zusetzen. "Es gibt in Großbritannien schlicht keine Lobby, die den Interessen der Geldindustrie Paroli bietet", sagt der frühere Goldman-Sachs-Manager und Wahllondoner Timothy Plaut (56). In Berlin könnten die Politiker zumindest die Manager der Automobil- oder Maschinenbaubranche nach ihrer Meinung zu den Praktiken der Banker fragen. "Hier hingegen haben wir eine Monokultur. Das Finanzwesen dominiert alles."

Wie groß der Druck auf die Behörden werden kann, zeigt der Vorstoß der chinesischen Staatsbanken. In einem Brief an das britische Finanzministerium drohten Institute wie die Industrial and Commercial Bank of China Chart zeigen und die China Construction Bank Chart zeigen jüngst offen mit der Abwanderung nach Luxemburg.

Der Grund: Die FSA hatte von den Bankgiganten verlangt, in London Tochtergesellschaften zu gründen. Diese würden dann von der britischen Aufsicht kontrolliert. Die Chinesen wollen ihr Geschäft hingegen lieber in Form einer unselbstständigen Niederlassung führen - die wiederum letztlich von den heimatlichen Behörden in China beaufsichtigt würde. Ob sich Schatzkanzler George Osborne (41) dem Druck beugt, bleibt abzuwarten.

Allzu oft knickt die Regierung

Allzu oft knickt die Regierung ein. Am deutlichsten ist das bei Premier Camerons Kampf gegen eine gemeinsame Finanzregulierung innerhalb der EU zu beobachten. Nicht nur bei Finanztransaktionssteuer und Bankenunion wollen die Briten auf keinen Fall mitmachen. Auch die Pläne von EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier, die Handelsabteilungen der Banken vom restlichen Geschäft abzusondern, wird in der Londoner City rigoros abgelehnt.

Aus nachvollziehbarem Kalkül: "Wenn das umgesetzt wird, dürfte sich ein Teil der Handelsaktivitäten aus Europa wegbewegen", sagt Philipp Härle (47), Londoner Partner der Unternehmensberatung McKinsey. Davon wäre die City als größter Handelsplatz am stärksten betroffen.

Im Umgang der Briten mit der ungeliebten Europäischen Union liegt wohl das größte Risiko für die City. Ein Austritt aus der EU scheint angesichts der weitverbreiteten Europa-Antipathie auf der Insel mittlerweile durchaus vorstellbar. Für den Finanzplatz London könnte das fatale Folgen haben. Ohne Zugang zum Binnenmarkt, ohne die Möglichkeit, ihre Dienstleistungen europaweit offerieren zu können, wäre die Insel von einem der wichtigsten Märkte abgeschnitten.

In der City wird diese Gefahr bislang weitgehend verdrängt. London, sagt Investmentbanker Becker, sei "ein Tempel der Finanzbranche. So etwas zerstört niemand freiwillig."

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