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14.12.2012
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Finanzplatz London
London Falling

Von Ulric Papendick

Finanzplatz London: London kämpft um seine Vormachtstellung
Fotos
DPA

4. Teil: "London ist ein einziges Schlupfloch"

Bislang sieht es allerdings nicht so aus, als würde Haldanes Forderung in die Praxis umgesetzt. Ähnlich verhält es sich bei vielen Themen, bei denen sich die Briten gern als Vorreiter gerieren.

So wurde zwar 2010 ein 50-prozentiger Spitzensteuersatz eingeführt, der auf die Boni der Topbanker zielte. Im nächsten Jahr soll die Abgabe bereits wieder auf 45 Prozent ermäßigt werden - vor allem um die Hochverdiener der Hedgefonds- und Private-Equity-Industrie nicht allzu sehr zu verschrecken. Die sogenannte Non-dom-Rule, nach der Ausländer am Finanzplatz London gewaltige Steuervorteile genießen, hatte Premier David Cameron ohnehin weitgehend unverändert gelassen.

Sogar bei den im Rahmen der "Basel III"-Regeln vereinbarten international gültigen Eigenkapitalvorschriften gönnen die Briten ihren Banken neuerdings eine Ausnahmeregelung. Kredite, die im Rahmen eines neuen "Funding-for-lending"-Programms der Regierung ausgereicht werden, müssen die Institute nun nicht mehr mit Kapital unterlegen.

Das Londoner Loophole

Und auch die Regeln für Börsengänge sollen wieder gelockert werden. Die Mindestschwelle für den Anteil frei handelbarer Aktien am Gesamtkapital eines Unternehmens soll für Hightech-Firmen von 25 auf 10 Prozent gesenkt werden. Die Barriere war erst Anfang dieses Jahres erhöht worden, um die Interessen von Minderheitsaktionären zu schützen.

Für Gary Gensler, den Chef der amerikanischen Aufsichtsbehörde CFTC, ist die Quintessenz all dieser Ausnahmeregeln klar: London sei ein einziges "Loophole", ein Schlupfloch, wetterte er kürzlich vor dem amerikanischen Kongress.

Ganz falsch sei das nicht, geben selbst Spitzenbanker der City zu. Die britischen Regeln bauten zu einem Teil auch darauf, dass sich die "Financial Community" an einen bestimmten Wertekodex halte - British fair play eben. Eine Vorstellung, die in Zeiten krimineller Kartelle wie der Libor-Verschwörung naiv anmutet.

Doch selbst ein solcher Super-GAU der Finanzindustrie wie die Libor-Affäre wird von vielen in London eher als Betriebsunfall eingestuft. Zu Schaden gekommen, diese Meinung ist in der City weitverbreitet, sei bei der Libor-Manipulation doch kaum jemand.

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