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14.12.2012
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Finanzplatz London
London Falling

Von Ulric Papendick

Finanzplatz London: London kämpft um seine Vormachtstellung
Fotos
DPA

2. Teil: Im Investmentbanking könnte mehr als jeder dritte Arbeitsplatz wegfallen

Gerade bei den Investmentbanken ist die Lage dramatisch. Die Schweizer Großbank UBS Chart zeigen will ihr Kapitalmarktgeschäft weitgehend aufgeben und bis 2015 rund 10.000 Stellen abbauen - vornehmlich in London. Bei der Deutschen Bank Chart zeigen sollen rund 1500 Jobs gestrichen werden.

"Das Investmentbanking macht zurzeit die größte Transformation seiner Geschichte durch", sagt Andy Maguire, Senior Partner der Unternehmensberatung BCG in London. Er wäre nicht überrascht, wenn am Ende dieses Prozesses bis zu 40 Prozent der Arbeitsplätze weggefallen seien.

Auf den Straßen des Londoner Finanzdistrikts ist die Malaise noch wenig zu spüren. Allenthalben werden neue Bürotürme hochgezogen, die edlen Restaurants und Einkaufszentren sind zumindest leidlich gefüllt. In den Handelsräumen der Banken ist die Branchenflaute hingegen längst angekommen. "Es gibt wenig zu tun", sagt der Händler einer britischen Großbank, "die Büros sind oft schon um 17 Uhr leer." Entsprechend gedrückt sei die Laune vieler Kollegen.

Auch weil die City parallel zur Branchenkrise von einer Vielzahl hausgemachter Skandale und Pleiten erschüttert wird. Vor einem Londoner Gericht musste sich gerade der frühere UBS-Händler Kweku Adoboli (32) verantworten, der 2011 mehr als zwei Milliarden Dollar mit dubiosen Wertpapierdeals verzockte. Anfang dieses Jahres verursachte eine Händlertruppe von J. P. Morgan sogar annähernd sechs Milliarden Dollar Verlust. Und die britische Barclays Bank Chart zeigen musste im Juni fast eine halbe Milliarde Dollar Strafe zahlen für ihre Verwicklung in die Manipulationen des Libor-Zinses.

Light-touch-Regulierung: London bleibt Schauplatz zahlreicher Skandale

Schauplatz aller Skandale war London. Und das nicht zufällig, meinen viele Beobachter. Die erst 1985 gegründete Londoner Finanzaufsicht FSA pflegte über Jahrzehnte einen ausgesprochen legeren Umgang mit den ortsansässigen Banken. "Die sogenannte Light-touch-Regulierung bedeutete in der Praxis, dass man zwar Regeln setzte, deren Einhaltung aber kaum kontrollierte", sagt ein Topbanker der City.

Eine Linie, die die Briten auch dann noch beibehielten, als anderenorts die Zügel längst wieder angezogen wurden. Während in den USA bereits nach dem Ende der New Economy zur Jahrtausendwende die Regeln für Börsenfirmen drastisch verschärft wurden, hielt der damalige britische Premier Tony Blair seinen Finanzaufsehern noch 2005 vor, sie seien ein "gewaltiges Hemmnis für gut funktionierende Unternehmen".

Zu welchen Auswüchsen diese Laisser-faire-Haltung führte, zeigt die Affäre um die Manipulation des Referenzzinses Libor (London Interbank Offered Rate). Die Rate, Grundlage für Finanzgeschäfte in Billionenhöhe, wurde von jeher von einer kleinen Händlerclique in London ansässiger Banken ermittelt - weitgehend ohne Kontrolle durch die Aufsicht.

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