Gesundheitmanager magazin RSS  - Gesundheit

Alle Artikel und Hintergründe


10.12.2012
Twitter GooglePlus Facebook

Vorsorgekliniken
Check me up!

Von Michael O. R. Kröher und Klaus Werle

Die Besten: Vorsorgekliniken für Führungskräfte
Fotos
Florian Jaenicke für manager magazin

3. Teil: Kein mündiger Mensch lässt sich Genuss verbieten

Doch auch wenn die überwiegende Mehrheit ohne Beschwerden ankommt, sieht Alscher in den Untersuchungen mehr als beruhigende Rituale, besonders in internationalen Konzernen: Häufige Zeitzonenwechsel, ungewohntes Essen, beinahe ausschließlich klimatisierte Räume, "das sind Beanspruchungen, die selbst einen Spitzensportler an seine Grenzen führen könnten", warnt der Chefarzt.

Längst werden Check-up-Programme daher bei fast allen Dax-Konzernen als Element betrieblichen Gesundheitsmanagements eingesetzt, wie eine aktuelle Umfrage des manager magazins zeigt. Infineon etwa betrachtet die Gesundheit seiner Mitarbeiter gar als "integralen Bestandteil der Unternehmenswerte". Und bei Volkswagen haben allein im Jahr 2011 mehr als 22 000 Mitarbeiter an einer Vorsorgeuntersuchung teilgenommen.

Für den Erfolg der medizinischen Prävention ist dabei nicht etwa die Größe und Modernität der eingesetzten Hightech-Apparate entscheidend. Wichtiger ist die Qualität der Beratung, die "sprechende Medizin", die sich an den Check-up anschließt. Beckenbauer vom bayerischen CPM etwa versucht, sich möglichst intensiv in die alltäglichen Abläufe seiner Klientel hineinzuversetzen, bevor er sie bei Ernährung, Sport oder Schlafverhalten berät. Seine Erkenntnis: "Kein mündiger Mensch lässt sich sinnliche Genüsse ausreden oder gar verbieten." Für den einen mag dies ein Stück Torte am Nachmittag sein, für den anderen ein zweites Glas Wein am Abend, für den dritten das sonntägliche Ausschlafen und Faulenzen.

Mit engem Blick auf Cholesterin- oder Leberwerte, auf Blutzuckergehalt und Hormonhaushalt ließen sich aus all dem leicht Gesundheitsgefahren ableiten. Erfahrene Präventionsmediziner zeigen den Betroffenen aber, dass einmalige, gezielte Wunscherfüllung besser ist als die gewohnheitsmäßige Flucht in Kompensationsmechanismen. "Wer sich das zweite Glas Wein bewusst gönnt, weil er damit ein echtes Bedürfnis befriedigt, gewinnt dadurch so viel Lebensqualität, dass seine Gesundheit langfristig mehr profitiert als vom Verzicht", sagt Beckenbauer.

Weißbier statt Rotwein

Natürlich ist das Ziel weniger Alkohol und Stress, mehr Bewegung und Entspannung. Doch das Zauberwort lautet nicht "Zwang", sondern "gesunder Genuss". Wie das geht, lernen CPM-Klienten gleich am ersten Abend im Hotel "Bachmair" beim Umtrunk im Panoramarestaurant. Wer am Tag darauf zur Darmspiegelung soll, darf zwar keinen Rotwein trinken, weil die dunklen Farbpigmente die Untersuchung erschweren. Weißbier ist aber willkommen.

Die sanfte Tour zeichnet auch die Programme selbst aus: Die meisten Angebote stellen Komfort und Schnelligkeit in den Mittelpunkt. Manager haben wenig Zeit und legen qua Beruf Wert auf Effizienz. Um für sie attraktiv zu sein, versuchen die Anbieter, alle notwendigen Untersuchungen in einen Tag zu packen.

Das Hamburger Diagnostik Zentrum Fleetinsel wirbt gar mit einer Uhr: Zwischen 8 und 14 Uhr ist alles erledigt, von der Blutentnahme bis zur Haut- und Augenuntersuchung, Frühstückspause im "Steigenberger"-Hotel gegenüber inklusive. Rund 1500 Euro kostet das Basisprogramm, durchgeführt in Wohlfühlatmosphäre: indirektes Licht, unaufgeregte Landschaftsfotografie an den Wänden. Nur im Zimmer mit dem Fahrrad fürs Belastungs-EKG hängen Aufnahmen von Autorennen.

Tomas Stein, der ärztliche Direktor, hat das Diagnostik Zentrum vor 15 Jahren aufgebaut. Mit 1300 Check-ups im Jahr zählt es heute zu den Brummern der Branche; mit rund 60 Unternehmen wie Hapag Lloyd, Jungheinrich oder Unilever gibt es Rahmenverträge.

Zur Startseite
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • deli.cio.us
  • Pinterest


Hintergründe, Artikel, Fakten

finden Sie auf den Themenseiten zu ...

Glossar

  • Cholesterin
    Nicht per se problematisch, sondern im Gegenteil lebenswichtig. Dennoch sollte der Blutwert unter 190 ml/dl liegen. Ist er höher, droht Arteriosklerose – also Herzinfarkt und Schlaganfall. Beachtenswert auch das Verhältnis der Blutwerte für die beiden wichtigsten Cholesterin-Arten: Der für HDL sollte über 40mg/dl liegen, der für LDL sollte nicht mehr als das Vierfache des HDL-Werts betragen.
  • Blutzucker
    Ein Maß für Diabetes. Nüchtern sollte der Wert unter 110 mg/dl liegen. Nach einer (kohlehydratreichen) Mahlzeit darf er nicht über 160 mg/Dl steigen und soll nach zwei Stunden auf weniger als 140 gesunken sein.
  • Tumormarker
    Wichtigster Wert: das PSA, Indikator für Prostatakrebs. Bei Werten über 4 ng/ml sollten weitere Untersuchungen folgen.
  • Augeninnendruck
    Die Messung von außen ist völlig schmerzfrei. Bei Werten über 21 mmHg droht ein Glaukom ("Grüner Star"), das zu Erblindung führen kann.
  • Body-Mass-Index
    Einfache Berechnung: Körpergewicht (in kg) geteilt durch Körpergröße (in m) geteilt durch Körpergröße (in m). Ergebnisse über 25 gelten als Übergewicht.

Check-Up-Kliniken: Die wichtigsten Adressen
manager magazin

Check-Up-Kliniken: Die wichtigsten Adressen


Das neue manager magazin

Heft 8/2014
Fluch der Größe
Inside Volkswagen - warum Piech und Winterkorn jetzt radikal aufräumen müssen








Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Handytarife: Finden Sie den passenden Tarif Handytarifvergleich:
Finden Sie den passenden Tarif
Handytarife: Finden Sie den passenden Tarif Tablet Tarifvergleich:
Surfen Sie günstiger