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10.12.2012
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Vorsorgekliniken
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Von Michael O. R. Kröher und Klaus Werle

Die Besten: Vorsorgekliniken für Führungskräfte
Fotos
Florian Jaenicke für manager magazin

2. Teil: Entscheider haben ein unterdurchschnittliches Krankheitsrisiko

Wiederum jeder dritte der jeweils Berechtigten, vor allem Führungs- und Fachkräfte, nehme das kostenlose Angebot der Firmen an, sagt Malte Klemusch, Geschäftsführer des Bonner Gesundheitsanbieters Skolamed. Damit ist die Akzeptanz des Check-ups deutlich höher als für die Gesundheitsuntersuchung der Kassenpatienten, die nur von rund 25 Prozent genutzt wird.

Überraschend ist der Zuspruch nicht, denn Führungskräfte sind nicht nur meist privat versichert, sie haben in der Regel auch ein stärkeres Gesundheitsbewusstsein: Die Entscheider ernähren sich oft gesünder, rauchen seltener und sind öfter und länger sportlich aktiv. "Ihr Krankheitsrisiko liegt deutlich unter dem Durchschnitt", bilanziert Klemusch.

Die Universität Düsseldorf hat errechnet, dass bei Arbeitern im Alter zwischen 40 und 65 Jahren in einem Beobachtungszeitraum von 10 Jahren 6 Prozent einen Herzinfarkt erleiden. Bei Männern in Führungsetagen trifft dieses Schicksal nur 3 Prozent. Mit weniger als sechs Tagen pro Jahr sind sie auch seltener krank als die meisten Deutschen. Was sie für Check-up-Ärzte wiederum zu einer sehr angenehmen Klientel macht: "Kaum eine Patientengruppe befolgt medizinische Empfehlungen so akribisch und diszipliniert wie Manager", sagt Tomas Stein, ärztlicher Direktor des Hamburger Diagnostik Zentrums Fleetinsel.

Die Station 5D als Rückzugsort für Kerngesunde

Entsprechend deutlich lässt sich bei den Teilnehmern von regelmäßigen Manager-Check-ups ihre gesundheitsfördernde Wirkung nachweisen. Untersuchungen des Fleetinsel-Teams zeigen: Hatte etwa beim ersten Check-up noch knapp ein Viertel der untersuchten Frauen zu hohen Blutdruck, so war diese Zahl nach vier Check-ups auf null Prozent geschrumpft - und damit einer der größten Risikofaktoren für tödliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Für nicht wenige Führungskräfte ist der regelmäßige Check-up zudem der wichtigste, nicht selten der einzige Kontakt zur professionellen Medizin. "Gerade Manager, die große Teile ihres Berufslebens in anderen Ländern verbringen, sehen uns als Hausarztersatz", sagt Mark Dominik Alscher.

Der Chefarzt verantwortet die Vorsorgeuntersuchungen am Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) in Stuttgart. Rund 300 Führungskräfte, davon 80 Prozent Stammkunden, lassen ihre Konstitution hier jährlich unter die Lupe nehmen. Mit schwäbischer Akribie - und Fingerspitzengefühl: Denn untersucht wird im ersten Anlauf nur das Notwendige. Bei Auffälligkeiten aber steht der Hochleistungsapparat eines ausgewachsenen Krankenhauses parat. Sowie die Station 5D, wo Privatpatienten aufgenommen werden und in deren beiden Suiten sich bisweilen gar ein kerngesunder Vorstand auf eigene Kosten einmietet - einfach nur, um etwas Ruhe zu finden.

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Glossar

  • Cholesterin
    Nicht per se problematisch, sondern im Gegenteil lebenswichtig. Dennoch sollte der Blutwert unter 190 ml/dl liegen. Ist er höher, droht Arteriosklerose – also Herzinfarkt und Schlaganfall. Beachtenswert auch das Verhältnis der Blutwerte für die beiden wichtigsten Cholesterin-Arten: Der für HDL sollte über 40mg/dl liegen, der für LDL sollte nicht mehr als das Vierfache des HDL-Werts betragen.
  • Blutzucker
    Ein Maß für Diabetes. Nüchtern sollte der Wert unter 110 mg/dl liegen. Nach einer (kohlehydratreichen) Mahlzeit darf er nicht über 160 mg/Dl steigen und soll nach zwei Stunden auf weniger als 140 gesunken sein.
  • Tumormarker
    Wichtigster Wert: das PSA, Indikator für Prostatakrebs. Bei Werten über 4 ng/ml sollten weitere Untersuchungen folgen.
  • Augeninnendruck
    Die Messung von außen ist völlig schmerzfrei. Bei Werten über 21 mmHg droht ein Glaukom ("Grüner Star"), das zu Erblindung führen kann.
  • Body-Mass-Index
    Einfache Berechnung: Körpergewicht (in kg) geteilt durch Körpergröße (in m) geteilt durch Körpergröße (in m). Ergebnisse über 25 gelten als Übergewicht.

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