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11.12.2012
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Europas Top-Konzerne
Mit diesen Aktien kommen Anleger sicher durch die Krise

Von Mark Böschen und Dietmar Palan

Euro 500: Das sind Europas leistungsstärkste Konzerne
Fotos
Dirk Schleef für manager magazin

2. Teil: US-Banken treiben Klientel zurück nach Europa

Als Musterkandidat für eine Goldstandard-Aktie fällt dem Credit-Suisse-Strategen der Nahrungsmittelriese Unilever Chart zeigen ein, dem Analysten im Schnitt fast 4 Prozent Dividendenrendite und 5 Prozent Umsatzwachstum zutrauen. Hugo Boss lockt mit einem ähnlich hohen Ertrag - und hängt damit die Rendite von Bundesanleihen deutlich ab.

Konzerne, die sich in dieser Liga bewegen, zeichnet vor allem eines aus: Sie können ihre Preise auch dann steigern, wenn Konjunktureinbrüche und Kaufzurückhaltung die Konkurrenz zu Sonderangeboten und Rabatten zwingen.

Zu den Firmenchefs, die sich keinerlei Gedanken über erodierende Margen machen müssen, gehört Steve Foots (44), Nummer eins des britischen Chemieunternehmens Croda. Das Unternehmen destilliert aus Naturprodukten wie Fischöl oder Zuckerrüben Wirkstoffe, die anschließend in Pflegemitteln, Medikamenten, Textilien oder industriellen Schmierstoffen zum Einsatz kommen. Aus Passionsfrüchten wird etwa der Peelingfilm für Hautcremes. Weizenkörner liefern Proteine, die Shampoos beigemischt werden, um Haarspliss zu reparieren. Bei Weltkonzernen wie Procter & Gamble Chart zeigenoder L'Oréal steht Croda auf der Liste der unverzichtbaren Zulieferer.

Das Know-how der Briten wird fürstlich entlohnt - die Bruttogewinnspanne liegt bei mehr als 30 Prozent. Die Kunden haben dennoch kaum einen Anreiz, die Preise zu drücken. Denn die Basismaterialien, die Croda liefert, machen nur 10 Cent der Kosten einer Tube Hautcreme aus, die in der Parfümerie für 50 Euro verkauft wird.

"Das Unternehmen ist unangefochtener Marktführer in seinem Segment und wächst kontinuierlich - aus eigener Kraft", stellt Fondsmanager Damien Lanternier von der französischen Gesellschaft Financière de l'Echiquier fest, der Croda-Aktien im Depot hat. Allein im vergangenen Jahr stiegen der Umsatz um 7 und der Gewinn um 28 Prozent.

Wachstum trotz Krise verspricht auch der Industriegüterspezialist Weir. Im Sortiment der Briten befinden sich unter anderem Hochdruckpumpen, mit denen Öl und Gas aus Schiefergesteinsschichten befreit werden. "Weir ist weltweit führend in dieser Technik, und die USA haben riesige Schiefergasvorkommen", sagt Lee Freeman-Shor, der die Aktie deshalb für seinen Skandia Best Ideas Fonds gekauft hat.

Aktienrückkäufe im großen Stil

Die Internationale Energieagentur schätzt, dass Erdgas aus Schiefergestein 2035 ein Sechstel der weltweiten Gasförderung abdecken könnte, sodass Gas die Konkurrenten Kohle und Öl als wichtigste Energiequellen ablösen würde. Weir dürfte mittelfristig zu den Hauptprofiteuren dieser speziellen Form der Energiewende gehören.

Anders als noch vor ein paar Monaten leiden Firmen wie Weir, Croda oder Hugo Boss heute kaum noch darunter, dass sie ihren Hauptsitz im kriselnden Europa haben. Inzwischen hat sich die Stimmung an den Kapitalmärkten grundlegend verändert.

"Bis zum Juni hatten die meisten amerikanischen und asiatischen Anleger wegen der Euro-Krise ihr Kapital aus Europa abgezogen. Deshalb haben sie die starke Rallye seit dem Sommer verpasst", glaubt Nicolas Walewski, Gründer der Fondsgesellschaft Alken Asset Management in London. "Europa bleibt eine gute Region zum Investieren. Seit Mario Draghi als EZB-Präsident eine aktive Euro-Rettungspolitik verfolgt, kommen die Anleger zurück."

Der staatliche norwegische Pensionsfonds, der 600 Milliarden Dollar verwaltet, kündigte Ende August Aktienkäufe in großem Stil an. Auch bei den Hedgefonds hat sich die Stimmung gedreht. Im September hatten erstmals seit Beginn des Jahres die Optimisten die Oberhand. An der weltgrößten Terminbörse in Chicago wetten derzeit wieder mehr Anleger auf steigende als auf fallende Kurse.

Und die großen US-Investmentbanken treiben ihre Klientel ebenfalls zurück an die Börsen Europas. Noch im Juli empfahl etwa J. P. Morgan, europäische Aktien zu verkaufen. Doch schon im September schwenkten die Amerikaner um: Seitdem die Europäische Zentralbank massiv Staatsanleihen der Euro-Krisenländer aufkauft, raten sie wieder dazu, europäische Aktien zu erwerben und US-Papiere abzustoßen.

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