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04.12.2012
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Daimler
Falling Star

Von Michael Freitag

Falling Star: Was läuft bei Mercedes schief?
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6. Teil: Wachstum durch Sparen?

Die Folge solcher und ähnlicher Zielvorgaben: Zetsche verdiente 2010 und 2011 jeweils 8,7 Millionen Euro, addiert zwei Drittel mehr als BMWs ungleich erfolgreicherer Chef Norbert Reithofer.

Der Blick nach vorn lässt keine Besserung erwarten. Zwar kündigte Zetsche schon im Sommer 2011 an, Mercedes werde spätestens 2020 die Nummer eins in allen Belangen sein. Doch noch fehlt ein Konzept, wie man dann die gewünschten 2,6 Millionen Autos im Jahr verkaufen kann. Es wären doppelt so viele wie heute.

Klar ist nur, dass sämtliche bisherigen Investitionspläne nicht ausreichen werden, um den Traum Realität werden zu lassen. Zetsche will alles gleichzeitig: mehr investieren, mehr sparen, das Wachstum selbst finanzieren. Schon spricht man im oberen Führungskreis zweifelnd vom "Dieter-Dilemma". Immerhin hat der Konzernchef jüngst seine Prognose kassiert, Mercedes werde schon ab 2013 eine hohe Rendite von 10 Prozent erwirtschaften. 2015 soll es jetzt so weit sein.

Zetsche-Kritiker befürchten bereits, dass der Daimler-Lenker einmal mehr auf halbem Weg stoppt. Antreiben müsste ihn der Aufsichtsrat, allen voran Chefkontrolleur Manfred Bischoff (70). Doch der mischt sich nur selten ein.

Chefkontrolleur Bischoff hält sich zurück

Der langjährige Daimler-Vorstand, später auch Chefkontrolleur von EADS, hat Zetsche gerade erst bescheinigt, die Kontrolleure stünden zu 100 Prozent hinter ihm. Unter dem damaligen Vorstandschef Jürgen Schrempp (68) saßen die beiden fünf Jahre nebeneinander im Daimler-Vorstand. Bischoff kontrolliere den CEO nicht gerade scharf, berichten Vertraute. Niemals, so ihre Einschätzung, würde Bischoff ein Aufsichtsratsmitglied ohne Zetsches Einverständnis auswählen. Der Chefaufseher setzt eine Tradition mangelhafter Kontrolle fort, die schon Hilmar Kopper (77) bei Schrempp pflegte.

Der eine oder andere Aufsichtsrat - auch von der Kapitalseite - fordert inzwischen hinter vorgehaltener Hand mehr Leistungskultur, auch im Vorstand. Aber keiner der Räte - darunter hoch angesehene wie der frühere BASF-Chef Jürgen Hambrecht (66) und Deutsche-Bank-Aufseher Paul Achleitner (56) - macht damit Ernst. Die Folge: Zetsche bekommt Anfang 2013 einen neuen Dreijahresvertrag, auch wenn längst nicht alle Kontrolleure darüber glücklich sind.

Lediglich in einem Punkt musste sich Zetsche auf eine Konzession einlassen. Er beugte sich nach längerem Zögern Bischoffs Wunsch, eine Personalberatung nach einem möglichen Nachfolger suchen zu lassen. Und so forscht Egon Zehnder mittlerweile nach Kandidaten, die Zetsche 2016 beerben - und womöglich schon vorher in den Vorstand aufrücken könnten.

Bis dahin aber dürfte Zetsche unangefochten weiterregieren.

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"100 Prozent Rückhalt": Daimler-Chefaufseher Manfred Bischoff (r.) und der Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche
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"100 Prozent Rückhalt": Daimler-Chefaufseher Manfred Bischoff (r.) und der Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche


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