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29.11.2012
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Minderleister im Betrieb
Unternehmen erhöhen Druck auf Low Performer

Von Eva Buchhorn

Sterne und Zitronen: Low Performer unter Druck
Fotos
Phil Wheeler für manager magazin

Jack Welch lässt grüßen: Firmen nehmen Low Performer wieder stärker in den Blick. Wenn Trainings und Kontrollen die "Minderleister" nicht auf Trab bringen, folgt schnell die Trennung. Doch es gibt Wege, schwache Mitarbeiter aus ihrer Sackgasse herauszuholen.

Dorint-Kongresshotel Mannheim. Ein Grüppchen Manager ächzt in einem kleinen Konferenzraum über Seminarunterlagen. Die Haufe Akademie hat sie in armdicken Ordnern gebündelt. Zwei Tage lang werden die Teilnehmer hier zusammenhocken, um Probleme zu lösen, die andere ihnen eingebrockt haben.

Auf dem Programm steht der Umgang mit "Low Performern", mit Leuten also, die nicht die Leistung bringen, die ihr Unternehmen von ihnen erwartet.

Der Seminarleiter Frank Wetzling, ein promovierter Anwalt aus Mainz und früherer Unilever-Jurist, gibt eine gemäßigte Tonlage vor: Wer scharfe Messer erwartet hat, muss sich erst mal mit der "Fürsorgepflicht des Arbeitgebers" und dem "Wartungsdienst am Mitarbeiter" anfreunden.

Schließlich die erste Pause. Sieben Personaler drängen ans Kaffeebuffet und lassen allen Frust raus, den sie seit Jahren mitschleppen. Der eine hat einen Vertriebler im Auge, der partout seine Märkte nicht besucht. Ein anderer berichtet von einem Kollegen, der von Abteilung zu Abteilung weitergereicht wird "und einfach nichts macht".

Eine junge Personalfachkraft kämpft gegen einen alten Hasen, der so tue, "als sei er der Geschäftsführer". "Ein Unternehmensbewohner ist das", schimpft sie, "und unser Management hat jahrelang weggeschaut!" Die Gruppe seufzt verständnisvoll. Der Ärger sitzt tief. Nur noch loswerden wollen sie ihre Problemfälle, möglichst kurzen Prozess machen.

"Kampf gegen die Low Performer" ist ein Hit im Veranstaltungskalender

Anwalt Wetzling tourt für Haufe durch die Republik, auch bei anderen Weiterbildungsanbietern ist der "Kampf gegen die Low Performer" ein Hit im Tagungskalender. Denn allerorten geraten jetzt die Faulen ins Visier. Die Minderleister passen nicht in eine Zeit, in der sich Unternehmen mit immer ambitionierteren Leistungszielen gegen den globalen Wettbewerbsdruck stemmen.

Ein Drohbrief des Schraubenpatriarchen Reinhold Würth an seine Vertriebsleute vor einigen Wochen macht das überdeutlich: Man habe im ersten Halbjahr 2012 "nur 3,3 Prozent Wachstum erzielt", hielt der als scharfer Antreiber bekannte Unternehmer seinen Verkäufern vor. Ziel sei es aber, den Umsatz binnen acht Jahren auf dann 20 Milliarden Euro zu verdoppeln. Angesichts der "miserablen" Umsatzzuwachsrate könne es passieren, dass man sich "von Außendienstlern, die vielleicht nicht mehr als ihre eigenen Kosten verdienen, trennen" müsse.

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