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14.11.2012
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Workaholics
Die Besessenen - glücklich im Stress

Von Eva Buchhorn

Säulenheiliger aller Workaholics: Werbemanager Martin Sorrell
REUTERS

Säulenheiliger aller Workaholics: Werbemanager Martin Sorrell

Es gibt sie wieder, die Topmanager, die auf ihre Work-Life-Balance pfeifen und arbeiten ohne Ende. Eine Expedition ins Reich der Extremarbeiter offenbart: Viele sind hochzufrieden und kerngesund.

Seine Biografen wollen ihn sogar beim Cricketspiel beobachtet haben. Auch von Skiferien ist die Rede. Aber niemand glaubt das ernsthaft: Denn Martin Sorrell (67) hat niemals frei und niemals Zeit. Sorrell ist Gründer und Erfinder der Londoner WPP Group Chart zeigen, der größten Werbe- und Marketingholding der Welt, zu der unter anderem die Reklameriesen Ogilvy & Mather, Grey, JWT, Young & Rubicam, Hill & Knowlton sowie Burson-Marsteller gehören. Sorrell arbeitet, arbeitet, arbeitet. Max Weber ("Die Protestantische Ethik") hätte wahrhaftig seine Freude an ihm.

Weit über die Grenzen seiner Gilde hinaus als "berüchtigter Mikromanager" ("Financial Times") bekannt und gefürchtet, gilt Sorrell als "Workaholic durch und durch" ("The Guardian") und als Ikone all jener Berserker, die weder Feierabend noch Ferien kennen.

Seinen Milliardenkonzern führt Sorrell, den die Queen vor zwölf Jahren zum Ritter schlug, derart unmittelbar und unverzüglich, dass Konkurrenten der festen Überzeugung sind, WPP ohne Weiteres übertrumpfen zu können, wenn es nur gelänge, Sir Martin außer Gefecht zu setzen.

Dies ist niemandem gelungen. Schon aus dem Grund nicht, weil Sorrell sich nur selten längere Zeit an einem Ort aufhalten kann, sondern überall und immer gebraucht wird. Ausgerüstet mit Blackberry und iPad, ist der Mann ständig unterwegs, ständig vor Ort.

Besessen ranklotzende Führungsleute

Die Arbeitswut des kleinen, kompakt gebauten Engländers (bejubelt von Workaholics aller Herren Länder und aller Branchen und als Vorbild für jede Form der Überarbeitung gern herangezogen) ist in die Folklore des internationalen Managements eingegangen. Doch wer sich ein wenig umsieht, spürt auch hierzulande eine ganze Reihe geradezu besessen ranklotzender Führungsmänner (selbstredend auch -frauen) auf, die vom allgegenwärtigen Zeitgeist der Work-Life-Balance verschont zu bleiben scheinen: Während von Flensburg bis Garmisch über Burn-out geklagt wird, arbeiten diese Manager ungerührt weiter, fast rund um die Uhr.

Martin Winterkorn (65) etwa, Volkswagen-Chef und Autoenthusiast, beginnt den Arbeitstag um fünf Uhr auf dem Hometrainer und begutachtet neue Modelle gern bei Sonnenaufgang, weil um diese Zeit die Augen noch nicht erschöpft seien. An diesen Auftakt schließt sich oft genug ein 16-Stunden-Arbeitstag an (siehe Porträt "Qualitätsversessen") .

Oder Thomas Rabe (47), seit Januar Bertelsmann-Vorsteher (siehe Porträt "Riesenpensum") . Der Mann tourt unablässig durch die Welt, baut um, teilt auf, besetzt neu und fordert sich nebenbei noch ein erkleckliches Sportpensum ab. Ein Extremist, in dessen bloßer Gegenwart sich durchschnittlichere Naturen schwach fühlen.

Die Workaholics im Topmanagement bekennen sich dazu, dass Arbeit und die Jagd nach dem Erfolg einen wesentlichen Teil ihres Lebens und Lebenssinns ausmachen - und allein das ist in Zeiten, in denen kaum einer mehr Chef werden will (siehe mm 8/2012) und jeder um seine Work-Life-Balance fürchtet, schon eine kleine Sensation.

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