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22.10.2012
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Hugo Boss
Edel sei der Stoff. Und Gut.

Von Klaus Ahrens

Boss Selection: Der perfekte Anzug
Fotos
Hugo Boss

Eine Top-Platzierung unter Euro-500-Unternehmen: Hugo Boss ist ein starkes Comeback gelungen. Vorstand Christoph Auhagen spricht über den perfekten Anzug.

mm: Herr Auhagen, wenn Sie sich einen neuen Anzug aussuchen, worauf achten Sie?

Auhagen: Vor allem auf die Qualität. Der Anzug soll sich abgrenzen, vor allem was die Verarbeitung angeht. Der Stoff soll edel sein, aber nicht durch seine Optik herausstechen.

mm: Woran können Laien Qualität erkennen?

Auhagen: Wenn Sie mit Ihrem Anzug unterwegs sind, ob im Flugzeug oder im Auto, dann zeigt ein hochwertiger Anzug in besonders beanspruchten Bereichen, also Arm- oder Kniebeuge und bei der Bügelfalte ein anderes Recovering - das Garn erholt sich leichter und sieht schneller wieder perfekt aus.

mm: Gibt es Dinge, mit denen man sein Gegenüber richtig beeindrucken kann?

Auhagen: Eindruck macht, wenn das Sakko perfekt angepasst sitzt. Und eine geschickte Farbkombination, was Hemd, Krawatte und gegebenenfalls Einstecktuch angeht. Dazu gehört auch, dass der Hemdabschluss am Ärmelsaum einen Zentimeter hervorschaut. Das zeugt von Selbstbewusstsein.

mm: Das klingt, als würden Sie sich mit einem Anzug von der Stange nicht unter Leute trauen.

Auhagen: So weit würde ich nicht gehen. Aber ein Made-to-Measure-Anzug, in Maßkonfektion gefertigt, sitzt bei den allermeisten Menschen natürlich sichtbar besser. Wenn ich den Anspruch habe, ein besonderes Produkt tragen zu wollen, vielleicht auch mit einer längeren Haltbarkeit, und wenn ich bereit bin, mindestens 1700 Euro in einen Anzug zu investieren, dann bekomme ich ein wirklich auf mich angepasstes, optimales Produkt.

mm: Welche Ziele verfolgt Hugo Boss mit seinem neuen Engagement für die Maßkonfektion? In diesem Segment gibt es starke Mitbewerber.

Auhagen: Die Kunden vergleichen uns mit anderen Luxusmarken wie Armani, Zegna oder Canali. Man erwartet von uns einfach ein Made-to-Measure-Programm.

mm: Die Maßkonfektion läuft unter der auslaufenden Linie "Boss Selection" an. Warum stellen Sie diese Linie ein? Wollen die Leute keine teuren Anzüge von der Stange mehr?

Auhagen: Bei Boss Selection ging es uns darum, die Marke Boss im Luxussegment zu etablieren, was uns auch gelungen ist. Die Kunden konnten bestimmte Ausstattungen wählen. Mit Made-to-Measure wollen wir nun noch mehr Individualisierung ermöglichen. Das Angebot reicht über verschiedene Schnitte bis zu einer Vielzahl von mehr als hundert Ober- und Futterstoffen. Sie können die Farbe des Unterkragens wählen und unter verschiedenen Knopfvarianten, Stichverarbeitungen und den Farben der Garne differenzieren. Und der Schnitt wird Ihren Körpermaßen entsprechend modifiziert.

mm: Wie sieht für Sie der Business-Anzug in höchster Vollendung aus?

Auhagen: Er passt einwandfrei, hat keinerlei Faltenwurf. Sie stehen in einem solchen Anzug Ihrem Gesprächspartner gegenüber und strahlen Perfektion aus, die Sie mit einem normalen Anzug nicht erreichen können.

mm: Welche Trends sehen Sie beim Business-Anzug?

Auhagen: Definitiv in Richtung Hochwertigkeit. Deshalb wird die Stoffauswahl bei uns immer wichtiger, aber auch die Verarbeitung. Und wir merken, dass die höheren Preise dank der Aussage des Produkts durchaus akzeptiert werden.

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Zur Person

  • Copyright:
    Christoph Auhagen ist als Chief Brand Officer des Metzinger Modekonzerns Hugo Boss seit 2009 zuständig für die Steuerung sämtlicher Marken der Gruppe. Zuvor war er bei Esprit als Senior Vice President für die globale Positionierung der Marke und die Produktentwicklung zuständig.

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