Samstag, 29. August 2015

SAP Die neue Walldorf-Schule

SAP: Großvisionär, Doppelzweier, Gralshüter
Fotos
SAP

Neue Manager, neue Produkte, viele Zukäufe - wie Aufsichtsratschef Hasso Plattner den Hersteller von Standardssoftware in eine globale Internetfirma verwandelt - und den Aktienkurs unterdessen auf den höchsten Stand seit 12 Jahren getrieben hat.

Sanjay Poonen (43) ist ein kleiner, quirliger Mann, der einen fantastischen Blick hat auf die Hügel im kalifornischen Palo Alto und eine wahnwitzig klingende Vision: Der Manager will mehr Kunden erreichen, als die Welt Menschen hat.

Poonens Gehalt zahlt eine deutsche Firma, die man bisher mit Buchhaltung in Verbindung gebracht hat und Software mit Namen wie R/2 und R/3, keinesfalls aber mit Träumereien: die SAP Börsen-Chart zeigen aus dem nordbadischen Walldorf.

Seit ein paar Monaten ist Poonen, ein gebürtiger Inder, der früher für Apple Börsen-Chart zeigen und Microsoft Börsen-Chart zeigen gearbeitet und selbst eine Firma gegründet hat, SAP-Mobiltechnikchef mit Sitz in Palo Alto. In ein paar Jahren schon, bis 2015, will er eine Milliarde Menschen mit seinen Produkten erreichen, immerhin ein Siebtel der Weltbevölkerung.

Und langfristig, fügt Poonen an, gewissermaßen ohne mit der Wimper zu zucken, wolle SAP bis zu 50 Milliarden Geräte mit seiner Software steuern - Smartphones und Tablets, aber auch Stromzähler oder Wecker. Er sehe da kein Problem. Schließlich existierten heute auf der Welt schon mehr internetfähige Apparate als Menschen.

Sein Denken ist für Poonen keine Privatmeinung, stellt er klar, dies sei "The new SAP".

Nirgendwo wirkt die SAP dieser Tage jünger und neuer als im Silicon Valley, wo man schon immer größer denkt als im Rest der Welt. Aber das eigentlich Überraschende ist, dass nirgendwo im Tal der Googles, Apples und Facebooks überschäumender geplant wird als bei SAP.

Beschleunigung um den Faktor 1000

Eine neue Technologie namens Hana soll die Auswertung von Daten mindestens um den Faktor 1000 beschleunigen. SAP-Entwickler arbeiten an einem sozialen Netzwerk für die Unternehmenswelt. Und Mini-Programme, Apps, ermöglichen mobiles Bezahlen oder Shopping per Handy für die angestammte SAP-Klientel, aber auch für gänzlich neue Kundenkreise.

Seine Geschäftspartner, berichtet Poonen, wunderten sich angesichts der neuen Anwendungen oft nur noch: "Das ist nicht mehr die SAP", so pflegten sie zu sagen, "die unsere Väter und Mütter kannten."

Das Neugeschäft soll die Umsätze in neue Sphären hieven - und damit auch den Wert des Unternehmens: Langfristig traut Topmanager Poonen der SAP eine Marktkapitalisierung von 150 Milliarden Euro zu.

Mit mehr als 64 Milliarden Euro Börsenwert zählt der Konzern bereits zu den wertvollsten Dax-Unternehmen, verdrängte zeitweise sogar Siemens Börsen-Chart zeigen vom ersten Platz. Unterdessen notiert die Aktie nur knapp unter der Marke von 60 Euro - das ist der höchste Stand seit Herbst 2000, zu Hochzeiten des Dot-Com-Booms.

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 9/2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH