Freitag, 14. Dezember 2018

McDonald's Der Burger-King

McDonald's: Der Fast-Food-Riese ist Anlegers Liebling
AP

Anleger lieben McDonald's. Doch die Luft für den erfolgsverwöhnten Konzern wird dünner, die Zahlen zum zweiten Quartal enttäuschten: Wie will der neue McDonald's-Chef Don Thompson die ohnehin schon fetten Gewinne weiter steigern?

Hamburg - Die Ära des Don Thompson (49) begann mit einem Heimspiel. Am Konzernsitz in Oak Brook, Illinois, empfing der künftige McDonald's-Chef Ende Mai seine Aktionäre. Von ihnen lässt sich der groß gewachsene, breitschultrige und häufig lächelnde Topmanager feiern wie ein Basketballstar. "Good morning!", ruft Thompson den Investoren zu. "Good morning!", trällert die Menge zurück.

Mit kraftvoller Stimme kündet Thompson von anstehenden Großtaten bei McDonald's Börsen-Chart zeigen, dem mit 27 Milliarden Dollar Jahresumsatz größten Fast-Food-Konzern der Welt. Er verspricht neue Produkte, gesündere Mahlzeiten, modernere Restaurants - und damit wachsende Erlöse. Fazit: "Ich bin extrem zuversichtlich für unsere Zukunft."

Die Anteilseigner teilen den Optimismus. Mit 99,02 Prozent wählen sie Thompson, derzeit noch Chief Operating Officer (COO) und ab Juli Vorstandschef, in den Board des Unternehmens.

McDonald's? Die Börsianer lieben es. Wer Anfang 2003 Aktien der Restaurantkette gekauft hatte, konnte seinen Einsatz bis heute fast versechsfachen - trotz der jüngsten Börsenschwäche.

Im vergangenen Jahr war die Aktie das Papier mit den stärksten Kursgewinnen im Dow Jones Börsen-Chart zeigen. Auch vor den Quartalszahlen, die der Konzern am heutigen Montag bekanntgab, waren die Erwartungen der Anleger sehr hoch: Die Meldung über stagnierende Umsätze sorgte an der Wall Street für ein Minus von rund 2 Prozent.

Alte Rivalen Burger King und Yum Brands distanziert

Gegenüber den Wettbewerbern liegt der Konzern dennoch schier uneinholbar vorn. Dem alten Rivalen Burger King nimmt McDonald's immer mehr Marktanteile ab. Im Vergleich zum Branchenzweiten Yum Brands (Kentucky Fried Chicken, Pizza Hut) macht der Fast-Food-Riese mehr als doppelt so viel Umsatz und viermal so viel Gewinn.

Eine mehr als komfortable Ausgangsbasis für den neuen CEO, sollte man meinen. Allein, der Boom vergangener Jahre setzt Thompson erheblich unter Druck. Sein Vorgänger Jim Skinner (67) genießt dank hervorragender Zahlen und flotter Sprüche ("Ich bin kein Ökonom, ich bin ein Hamburger-Kerl") in den USA einen ähnlich legendären Ruf wie Jack Welch oder Steve Jobs.

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