Freitag, 22. März 2019

Blackrock-Chef Larry Fink Alles auf Aktien

Investor Larry Fink: Herr der Dollars
Daniel Gerber

Larry Fink, Chef des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock, verwaltet ein Vermögen von rund 3,6 Billionen Dollar. Seine Anlageempfehlung ist eindeutig: Wegen der finanziellen Repression der Politik werden viele Asset-Klassen unattraktiv, so Fink.

Larry Fink verwaltet ein Vermögen, das größer ist als das deutsche Bruttoinlandsprodukt: 3,68 Billionen Dollar. Ein Heer von Fondsmanagern verteilt diese ungeheure Summe auf die verschiedensten Anlageklassen: Aktien, Anleihen, Hedgefonds, Immobilien. Doch die meisten Blackrock-Experten müssten sich wohl einen neuen Job suchen, wenn Fink allein entscheiden könnte, was mit dem Geld der Kunden geschieht. Denn der Chef hat eigentlich nur noch für eine einzige Anlageform etwas übrig: "Ich würde zu 100 Prozent in Aktien investieren", rät Fink im manager-magazin-Interview (siehe Interview).

Für Anleger, die innerhalb eines Jahrzehnts bei zwei Börsenzusammenbrüchen viel Geld verloren haben, klingt diese Empfehlung etwa so attraktiv wie die Idee, das Ersparte bei Pferdewetten aufs Spiel zu setzen. Doch wer die Börse für ein Wettbüro hält, der verkennt, dass in der neuen Geldwelt nach der Finanzkrise die alte Einteilung in "riskant" und "sicher" nicht mehr zutrifft.

Gerade das, was jahrzehntelang als stabil galt, ist heute gefährlich: Deutsche Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit bieten nur noch Magerzinsen von 1,5 Prozent; nach Abzug der Inflationsrate von 2 Prozent bleibt ein Kaufkraftverlust (siehe Grafik). Wer auf vermeintlich sichere Staatsanleihen setze, werde unvermeidlich Opfer der "finanziellen Repression", sagt Fink.

Mit dem Schlagwort meinen Experten, dass Regierungen und Zentralbanken die Zinsen unterhalb der Teuerungsrate halten, um die reale Schuldenlast zu senken. Bundesanleihen sind deshalb nur noch für Spekulanten attraktiv, die auf Kursgewinne hoffen, wenn künftig noch mehr Investoren panisch in die scheinbare deutsche Sicherheit flüchten. Aktien dagegen sind auch dann noch lohnend, wenn die Kurse nicht steigen: Der Dax Börsen-Chart zeigen verspricht aktuell eine durchschnittliche Dividendenrendite von mehr als 4 Prozent. Sogar für den Fall, dass die 30 Dax-Konzerne nur halb so viel ausschütten sollten wie erwartet, böten Aktien also noch einen Inflationsausgleich.

Starke Unternehmen sind sogar auf dem Tiefstpunkt der großen Rezession 2009 noch gewachsen. Als Beispiele nennt Fink den Luxusgüterhersteller Richemont Börsen-Chart zeigen, dessen Montblanc-Füllfederhalter und Cartier-Uhren besonders in China reißenden Absatz finden; 2011 wuchs der Umsatz um ein Drittel. Und den Nahrungsmittelkonzern Nestlé Börsen-Chart zeigen, der trotz Euro-Krise dieses Jahr 5 Prozent Wachstum anpeilt.

Allerdings müssen Aktionäre Rückschläge aushalten können. Sollte der Euro auseinanderbrechen, würden die Börsenindizes um 30 Prozent fallen, schätzen Analysten von Credit Suisse Börsen-Chart zeigen.

Blackrock-Chef Fink schreckt das nicht ab. Denn vorübergehende Verluste sind besser als stetige Vermögenseinbußen durch Minuszinsen.

Larry Fink im Interview: "Es wird zu wenig investiert"

© manager magazin 6/2012
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