Freitag, 14. Dezember 2018

PepsiCo Indras letzte Runde

Umbauversuch bei PepsiCo: Niederlage im Cola-Krieg
AFP

Cola und Chips als Kerngeschäft: PepsiCo zählt zu den größten Lebensmittelkonzernen der Welt. Vorstandschefin Indra Nooyi ist mit dem ökologischen Umbau des Konzerns gescheitert. Jetzt sucht der Konzern eine neue Strategie - und wohl auch einen neuen CEO.

Wer im Wirtschaftsklub der US-Stadt Grand Rapids, Michigan, auftritt, hat in der Regel schon eine Karriere mit Höhen und Tiefen durchlaufen. George W. Bush hat hier gesprochen, Bill Clinton und der U2-Frontmann Bono.

Im Februar schreitet eine hochgewachsene Dame ans Rednerpult, die jahrelang nur den rasanten Aufstieg erlebt hatte, von der Mathe- und Physikstudentin im indischen Madras zur wohl einflussreichsten Wirtschaftsführerin der Vereinigten Staaten: Indra Nooyi (56), seit Oktober 2006 Chefin von PepsiCo Börsen-Chart zeigen, mit 66 Milliarden Dollar Umsatz einer der größten Lebensmittelkonzerne der Welt.

"Wie bereits Darwin bemerkte", sagt die Topmanagerin mit sanftem, aber bestimmtem Ton, "sind es nicht die Stärksten, sondern die Anpassungsfähigsten, die überleben und Erfolg haben."

Auch Nooyi muss sich jetzt anpassen. Ansonsten könnte ihre Karriere bei Pepsi ein jähes Ende nehmen.

Eigentlich wollte sie den Chips- und Limonadenkonzern zum Anbieter gesunder Nahrungsmittel wie Fruchtsäfte, Joghurts und Vollkornsnacks ausbauen. Doch zuletzt meuterten Aktionäre und Analysten gegen Nooyis Wellness-Offensive: Die Pepsi-Chefin und ihre Manager, so der Vorwurf, vernachlässigten das Kerngeschäft mit Cola, Chips und anderen Dickmachern, die immer noch satte 80 Prozent der Pepsi-Erlöse ausmachen.

Ökologischer Umbau: Gesunde Nahrungsmittel statt Chips und Limonade

"Sie müssen erkennen", forderte Ali Dibadj, Analyst bei Sanford Bernstein, "dass Pepsi im Kern eine zuckersüße, fette Cola-Company ist." Das US-Finanzhaus befragte Pepsi-Investoren - und konstatierte "ein tiefes Misstrauen" gegenüber dem Management.

Auch auf die Treue ihrer Führungsriege kann sich die Pepsi-Chefin nicht mehr verlassen. Der Vorstand, berichten Insider, habe sich über Pepsis Kurs zerstritten. Einige Aufsichtsräte forderten, die Nooyi-Nachfolge zügig zu klären.

Die Börse gibt den Skeptikern recht. Der Kurs der Pepsi-Aktie bewegte sich unter Nooyis Ägide kaum von der Stelle. Mehr Erfolg hatte die Konkurrenz: Coca-Cola legte im selben Zeitraum um gut 50 Prozent zu (siehe Grafiken links) .

Auch beim Absatz ist Pepsi weit hinter den ewigen Rivalen zurückgefallen. Im US-Ranking der verkaufsstärksten Limonaden liegt das Flaggschiffprodukt Pepsi-Cola, jahrelang die klare Nummer zwei, inzwischen nur noch auf dem dritten Platz - hinter Coke und Diet Coke.

Als der Druck zu groß wurde, lenkte Nooyi ein: Limonaden und fette Snacks stehen jetzt wieder ganz oben auf der Agenda. Man dürfe nicht nur gesunde Marken unterstützen, forderte der neue Getränke-Chef Albert Carey: "Wir müssen auch die Genussmarken stärken."

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