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16.04.2012
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Expansion
Discount-Krösus Aldi macht mobil

Von Sören Jensen und Ursula Schwarzer

Aldi Nord und Süd: Wie die Aldi-Reiche geführt und kontrolliert werden
Fotos
DDP

Verjüngte Führung, ehrgeizige Konzepte, gigantische Investitionen - Aldi rüstet weltweit zum Angriff. Während die Konkurrenz auf unwirtliche Kreditmärkte angewiesen ist, nutzt der Discounter seine Finanzstärke. Auch in deutschen Filialen ändert sich vieles.

Hamburg - Drei Tage vor Silvester. Die Auslage biegt sich unter frischen Austern, appetitlichen Lachsrouladen und Heilbutt aus dem Rauch. An anderer Stelle locken geräucherte Entenbrust und edel präsentierte Petits Fours, jene verführerischen Produkte französischer Patisseriekunst.

Wir befinden uns in der flämischen Gemeinde Balen, gut eine Autostunde nordöstlich von Brüssel. Zweifelsohne gelten die Belgier, mal abgesehen von ihrer Vorliebe für Pommes frites, als Feinschmecker.

Dargeboten werden die Leckerbissen hier in Balen allerdings nicht in einem Delikatessengeschäft, sondern in der örtlichen Aldi-Filiale. Die wurde erst im November 2011 eröffnet - das Interieur in schickem Grau und Beige gehalten, hell und elegant. Gar nicht zu vergleichen mit der nebenan liegenden früheren Dependance und ihrem bescheidenen Sortiment, trüben Licht, der schäbigen Einrichtung und den aufgerissenen Pappkartons - eben jener Tristesse des ungeschönten Harddiscounts, wie sie noch so oft bei Aldi anzutreffen ist, genauer: bei Aldi Nord.

Nicht nur Deutschland hat der Billiganbieter aufgeteilt; auch die Auslandsexpansion haben die beiden Aldi-Zentralen in Essen (Nord) und Mülheim (Süd) präzise abgesprochen. Belgien gehört zum Nord-Territorium - und das Land bildet den Auftakt zum umfassendsten Investitionsprogramm in der Geschichte der Essener.

Beim kärglichsten aller Discounter soll nun Luxus einziehen

Ausgerechnet beim kärglichsten aller Discounter soll nun Luxus einziehen. Bis zu drei Milliarden Euro wollen die Nord-Staatler in den kommenden Jahren in ihre knapp 5000 europäischen Läden stecken, um sich von aggressiven Konkurrenten wie Lidl oder Netto abzusetzen.

Bei der Schwester im Süden erübrigt sich die Renovierung, sie hat Waren und Läden längst aufgepeppt. Gleichwohl investieren auch die Mülheimer Milliarden, primär in die Zukunftsmärkte USA und Australien sowie in Großbritannien und der Schweiz.

Das nötige Geld für die Expansions- und Modernisierungsoffensive ist da: Die Familien der Unternehmensgründer Karl Albrecht (91; Süd) und des verstorbenen Theo Albrecht (Nord) führen mit einem Vermögen von zusammen 33 Milliarden Euro die manager-magazin-Liste der reichsten Deutschen an. Sie verfügen über prall gefüllte Kassen und sind finanziell völlig unabhängig. Ein unschätzbarer Vorteil in einer Situation, da die Banken immer restriktiver werden, die Kredite oft teurer und die Käufer zurückhaltender.

Aldi kann es sich leisten, antizyklisch zu investieren, tendiert doch die Verschuldung im Norden gegen null, und auch im Süden sind die Verbindlichkeiten gering. Ganz anders ergeht es den Wettbewerbern, die auf fremdes Geld angewiesen sind oder gar bei Liquiditätsengpässen insolvent werden, wie vor gut einem Jahr die amerikanische Tengelmann-Tochter A+P oder kürzlich die Drogeriekette Schlecker.

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