Mittwoch, 24. Januar 2018

Hall of Fame 2000 "Gegen Mutlosigkeit und Mittelmaß"

Als wahre Pioniere haben die Laureaten neue Märkte geschaffen, die untrennbar mit ihrem Namen verbunden sind.

Womit müssen Unternehmer im neuen Jahrtausend rechnen, welche Rolle spielt die Politik, was treibt Kunden, Aktionäre und Mitarbeiter um?

In einer Zeit, in der einst strahlende Weltbilder im Wochenrhythmus verblassen, vermeintlich solide gemauerte Konzernstrukturen bröckeln, Konstanz und Konsens kaum noch zählen, ist Orientierungshilfe wichtiger denn je. Auswege weisen, Umwege markieren, Irrwege kennzeichnen wird zur elementaren Dienstleistung gerade in der trügerischen Scheinwelt der neuen Internet-Economy.

Diese Orientierung haben Elisabeth Noelle-Neumann und Roland Berger reichlich gegeben: Trends ermittelt, Prognosen gewagt, Visionen aufgezeigt, für die Politik ebenso wie für die Wirtschaft. Als wahre Pioniere haben sie in Deutschland neue Märkte geschaffen, die untrennbar mit ihrem Namen verbunden sind: Demoskopie hier, Unternehmensberatung dort. Noelle-Neumann und Berger: Idealkombinationen von zurückgenommenem Ratgeber und vorwärts strebendem Gründergeist, Muster auch der Gattung aufgeklärter Wirtschaftsbürger, die Theorie und Praxis kongenial verknüpfen.

In diesem Jahr wurden Elisabeth Noelle-Neumann und Roland Berger in die deutsche Hall of Fame aufgenommen. Die symbolische Ruhmeshalle hat das manager magazin vor acht Jahren eingerichtet - zu Ehren derer, die Herausragendes zum Fortgang dieses Landes beigetragen haben und das Motto der Initiative "Gegen Mutlosigkeit und Mittelmaß" verkörpern.

Jedes Jahr im Mai werden die von einer unabhängigen Jury erwählten Laureaten im "Schlosshotel Kronberg" gewürdigt. Das Ereignis hat längst den Charakter einer Feierstunde abgelegt und ist zu einem Treffen der deutschen Wirtschaftselite geworden.

Mittlerweile schmücken 29 Namen die Hall of Fame. Legendäre Persönlichkeiten gehören ihr an, die mit Weitblick und Augenmaß bewiesen, wozu dynamische Unternehmer, Gewerkschafter oder Wirtschaftspolitiker im Stande sind: Industriegrößen wie Max Grundig oder Berthold Beitz; Arbeiterführer wie Hans Böckler oder Hermann Rappe; Staatsmänner wie Ludwig Erhard oder Karl Schiller.

Als Prozess schöpferischer Zerstörung bezeichnete der österreichische Nationalökonom Joseph Alois Schumpeter dereinst den Katalysator für Wandel, Wachstum und Wohlstand. "Zuversichtlich außerhalb der vertrauten Fahrrinne zu navigieren", schrieb er, verlange Fähigkeiten, die "nur in einem kleinen Teil der Bevölkerung" vorhanden seien.

In der Hall of Fame hat diese seltene Spezies einen würdigen Platz gefunden.

© manager magazin 7/2000
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