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29.02.2012
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Quelle-Erbin schlägt zurück
Die späte Rache der Madeleine Schickedanz

Von Sören Jensen

Im Visier der Justiz: Schickedanz gegen Sal. Oppenheim
Fotos
DPA

7. Teil: Ein privater Hedgefonds für Frau Schickedanz?

Lampatz stand Esch damals nahe, er soll designiertes Mitglied eines geplanten Anlageausschusses für die GVV-Kundin Schickedanz gewesen sein. Heute liegt er mit Esch und Sal. Oppenheim im Clinch, weil er sich - wie viele andere - als Fondszeichner geschädigt fühlt.

Anfang 2005 sollen die Mitglieder der Interessengemeinschaft Frau Schickedanz gedrängt haben, weitere Aktien zu kaufen - für 380 Millionen Euro und finanziert von Sal. Oppenheim. Doch die wahren Verhältnisse wurden verschleiert. Die Bank gab das Geld im April 2005 einer Strohmannfirma namens ADG; die reichte es an Schickedanz weiter.

Weil die Bonität der ADG nicht ausreichte, bürgten die Krockows, die drei Ullmanns, Christopher von Oppenheim und zwei Oppenheim-Esch-Firmen selbstschuldnerisch für den Kredit. Die Eheleute Ullmann begründen ihre Bürgschaften heute damit, dass sie "die Geschäftsbeziehungen von Sal. Oppenheim zu einer bedeutenden Kundin unterstützen" wollten. An den Gesprächen seien sie jedoch nicht beteiligt gewesen.

Die Tarnfirma ADG gehörte indirekt Esch, Krockow, Oppenheim und dem damaligen Aufsichtsratschef der Bank, Georg von Ullmann. Die Bankiers hätten das Darlehen wohl als Organkredit vom Aufsichtsrat genehmigen lassen müssen. Das geschah nicht.

Der Zweck der Strohmannfirma ADG

Krockow rechtfertigte sich 2009, wenige Tage nach dem Insolvenzantrag der KarstadtQuelle-Nachfolgefirma Arcandor, vor dem Aktionärsausschuss der Bank. Man habe das ADG-Engagement "als privaten Hedgefonds für Frau Schickedanz gesehen". Lediglich sei - welches Pech - der Zeitpunkt zur Auflösung des Engagements verpasst worden.

Neben dem ADG-Darlehen reichte Sal. Oppenheim im April 2005 an die Schickedanz-Firma Grisfonta einen Kredit über 50 Millionen Euro aus - ebenfalls zum Erwerb von KarstadtQuelle-Aktien. Und wiederum sollen Esch und die Bankiers der Großaktionärin angeblich versichert haben, in beiden Fällen hafte sie für nichts. Esch bestreitet auch dies.

Der von den Anwälten unterstellte Masterplan soll abermals angepasst worden sein. Eine Zweckfirma der KarstadtQuelle-Eigner Madeleine Schickedanz, ihres Neffen Martin Dedi (47) und des Allianz-Konzerns sollte mittels eines Übernahmeangebots und eines Squeezeouts alle Aktien übernehmen. KarstadtQuelle sollte umstrukturiert und verkauft, der Erlös an die Gesellschafter ausgekehrt werden.

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Wie die Quelle-Erbin ihr Geld zurückholen will, lesen Sie im Heft ab Seite 24.



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