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29.02.2012
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Quelle-Erbin schlägt zurück
Die späte Rache der Madeleine Schickedanz

Von Sören Jensen

Im Visier der Justiz: Schickedanz gegen Sal. Oppenheim
Fotos
DPA

6. Teil: "Jetzt kann sie nicht mehr ohne uns"

Die Anwälte schreiben, Ziel des illustren Investorenklubs sei es gewesen, langfristig 100 Prozent der KarstadtQuelle-Aktien zu kaufen, um die Milliardenreserven zu heben. "Zur Umgehung der kapitalmarktrechtlichen Übernahmevorschriften und der KWG-Vorschriften", so heißt es, habe Frau Schickedanz die Aktien treuhänderisch erwerben sollen. Als Lohn bekäme sie 30 Prozent des Gewinns - 70 Prozent die Interessengemeinschaft, die das volle Risiko trage.

Es existiert eine handschriftliche Notiz, in der eine Sitzung der Gruppe protokolliert worden sein soll: "Einzige Möglichkeit wegen BaFin: Madeleine Schickedanz kauft mit Kredit von Sal. Oppenheim, verpfändet an Sal. Oppenheim, zehn Personen haften quotisch."

Wiederum gab es Komplikationen. Im Sommer 2004 stand KarstadtQuelle am Rand der Insolvenz. Anfang September begab sich Esch zum schickedanzschen Ferienhaus in St. Moritz und konfrontierte seine Klientin damit, dass sie eine Kapitalerhöhung mitzeichnen müsse. Andernfalls würden die Banken dem Konzern die Kredite fällig stellen.

Die Sache mit dem persönlichen Risiko

Zunächst will sich Frau Schickedanz geweigert haben. Esch habe ihr entgegnet, dann werde "man alles verlieren". Er habe sie schließlich mit dem Argument umgestimmt, dass Sal. Oppenheim ihre neuen Aktien finanzieren werde. Esch habe ihr - so die Anwälte - versichert, für sie persönlich bestehe kein Risiko; Esch dementiert das. Schließlich gab Sal. Oppenheim ihr weitere 170 Millionen Euro, Frau Schickedanz zeichnete die Aktien.

So geriet sie in immer größere Abhängigkeit. "Mit der Teilnahme an der Kapitalerhöhung 2004 hatten wir sie endgültig unter unserer Kontrolle", soll Esch später einem anderen seiner Kunden, dem Maxdata-Gründer Holger Lampatz (53), gesagt haben und: "Jetzt kann sie nichts mehr ohne uns."

Auch in weiteren Fällen soll sich Esch gegenüber Lampatz abfällig über die Quelle-Erbin geäußert haben: "Frau Schickedanz ist eine Hausfrau. Die versteht das nicht." Lampatz wird von den Schickedanz-Anwälten mehrfach als Zeuge benannt. Esch hingegen bestreitet alle diese Zitate.

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