Dienstag, 28. April 2015

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Quelle-Erbin schlägt zurück Die späte Rache der Madeleine Schickedanz

Im Visier der Justiz: Schickedanz gegen Sal. Oppenheim
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5. Teil: Schickedanz wird "GVV-Kunde 12.00"

Bei einem Treffen im Oktober 2002 zurrten Esch und Krockow mit Herl die Konditionen fest. Auf lange Sicht wurden Investitionen von mehr als 7,6 Milliarden Euro in Karstadt-Immobilien vereinbart, die zu einer Startmiete von knapp 450 Millionen Euro pro Jahr vom Konzern angemietet werden sollten.

Nun endlich hätten Krockow und Esch gegenüber Frau Schickedanz persönlich das Interesse bekundet, ihr Vermögen zu verwalten. "Dafür", habe Esch gesagt, "tun wir alles." Richtig sei, teilt er heute dazu mit, "dass ich für die GVV-Kunden im Rahmen des rechtlich Zulässigen nahezu jeden machbaren Wunsch möglich gemacht" habe.

2003 kam es zu dem GVV-Vertrag, der - laut Klageentwurf - lediglich ein Vehikel war, um den Einfluss auf KarstadtQuelle zu sichern. Schickedanz wurde als "GVV-Kunde 12.00" geführt.

Der vermeintliche Masterplan muss geändert werden

Bis 2004 realisierten Oppenheim und Esch fünf Fonds mit Karstadt-Warenhäusern. Doch dann verlangten die Wirtschaftsprüfer des Konzerns die Bildung von Drohverlustrückstellungen in Höhe von bis zu 175 Millionen Euro - wegen der hohen, langjährig festgeschriebenen Mieten. Damit war das Fondsmodell tot.

Demzufolge musste der vermeintliche Masterplan geändert werden. Nunmehr, so heißt es in dem Klageentwurf der Schickedanz-Anwälte, habe sich eine "Interessengemeinschaft" von sieben dem Bankhaus nahestehenden Personen gebildet - mit der unterstellten Absicht, selbst das große Geld zu machen.

Zu dem Kreis gehörten demnach Krockow samt Ehefrau Ilona (58), deren Zwillingsbruder Georg Baron von Ullmann mit Gattin Corinna (55), die Mutter von Georg und Ilona, die 2009 verstorbene Karin Baronin von Ullmann, Christopher von Oppenheim sowie Esch - der allerdings die Existenz einer solchen Interessengemeinschaft abstreitet.

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