Montag, 30. März 2015

Quelle-Erbin schlägt zurück Die späte Rache der Madeleine Schickedanz

Im Visier der Justiz: Schickedanz gegen Sal. Oppenheim
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DPA

3. Teil: Wie die Mehrheitseignerin von KarstadtQuelle ihr Geld verlor

Es geht um den kreditfinanzierten Aufstieg von Frau Schickedanz zur zeitweiligen Mehrheitseignerin von KarstadtQuelle. Durch die Fusion des ererbten Quelle-Versands mit der Warenhausfirma Karstadt im Jahre 1999 wurde Frau Schickedanz größte Aktionärin. Nach und nach stockte sie ihre Anteile auf - vor allem mit dreistelligen Millionenkrediten von Sal. Oppenheim.

Doch anders, als es lange Zeit schien, sei dies nach Darstellung der Anwälte nur ganz am Anfang auf Initiative der Quelle-Erbin geschehen. Folgt man der Klageschrift, wurde Madeleine Schickedanz von Esch und den Oppenheim-Oberen gezielt ausgesucht und ausgenutzt, um "sich selbst und ihnen nahestehenden Personen durch eine ausgeklügelte Konstruktion von Schein- und Umgehungsgeschäften in sittenwidriger Weise Profite zu verschaffen", wie die Anwälte donnern.

Esch und die Bankiers hätten dadurch das Vermögen von Frau Schickedanz fast vollständig vernichtet.

Die Köln-Connection soll Madeleine Schickedanz demnach über ihre wahren Absichten getäuscht und sie als Strohfrau missbraucht haben. Ziel sei es gewesen, an die Immobilien von KarstadtQuelle heranzukommen - stille Reserven von geschätzten 7 bis 10 Milliarden Euro.

Esch weist Vorwurf der Scheingeschäfte zurück

Esch teilt dazu mit, weder habe es Schein- oder Umgehungsgeschäfte gegeben, noch sei Frau Schickedanz seine "Strohfrau" gewesen. Auch Christopher von Oppenheim lässt ausrichten, ein solcher Vorwurf sei "absurd".

Laut Klageschrift habe die Clique den mutmaßlichen Masterplan wegen des Niedergangs der Handelsfirma immer wieder ändern müssen. Das scheinen interne Memos und Protokolle zu zeigen, die zum Teil bei staatsanwaltschaftlichen Razzien im Bankhaus und in Eschs Hauptquartier ans Licht kamen.

Jedenfalls waren die Bank und ihr Inspirator über Teile des Immobilienvermögens von KarstadtQuelle schon lange vor der Zusammenarbeit mit Frau Schickedanz bestens informiert - dank Eschs Bekannten Urban. Der Konzernchef hatte um die Jahrtausendwende ein erstes Warenhaus an Oppenheim & Co. verkauft, die daraus einen geschlossenen Fonds für ihre Kunden konzipierten.

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