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29.02.2012
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Quelle-Erbin schlägt zurück
Die späte Rache der Madeleine Schickedanz

Von Sören Jensen

Im Visier der Justiz: Schickedanz gegen Sal. Oppenheim
Fotos
DPA

2. Teil: Ein Wirtschaftsthriller, der Gier, Dummheit und Dreistigkeit vereint

Die Anwälte haben die Klage bislang nicht offiziell erhoben. Die Klageschrift mit einem Streitwert von 1,9 Milliarden Euro liegt dem Oberlandesgericht Köln vor, das jetzt entschieden hat, dass das Landgericht Köln für das Verfahren zuständig ist.

Der Entwurf wurde 2011 zunächst dem Bankhaus Sal. Oppenheim zugestellt. Ziel war es, die neue Leitung des beinahe fallierten und inzwischen zur Deutschen Bank Chart zeigen gehörenden Instituts zu einem Vergleich zu bewegen.

Eine gütliche Einigung wäre der Ex-Milliardärin sehr viel lieber als ein Gerichtsstreit. Denn der würde zu einer öffentlichen Schlammschlacht führen; viele Enthüllungen wären auch für sie selbst peinlich. Doch wenn es nicht anders geht, wird Madeleine Schickedanz für ihr Geld und für Genugtuung streiten - vulgo: Rache üben.

Fraglich, ob der von der Deutschen Bank Chart zeigen eingesetzte Oppenheim-Chef Wilhelm Freiherr Haller von Hallerstein (59) die Explosivität des Schriftsatzes sogleich erkannt hat. Denn er ließ viele Monate verstreichen, ohne Kompromissbereitschaft erkennen zu lassen.

Ein gefährliches Spiel: Ende 2011 drohten mehrere von Schickedanz angeprangerte Tatbestände zu verjähren. Sie hätte bis ultimo klagen müssen, um ihre Ansprüche zu wahren. Erst kurz vor Jahresende signalisierte Haller, man sei gesprächsbereit - wenigstens über die Modalitäten der Kreditrückzahlung. Die Bank verzichtete auf die Einrede der Verjährung, doch dazu waren offenbar nicht alle Betroffenen bereit.

Schwer durchschaubare Rollen von Urban, Herl und Middelhoff

Nun bedienten sich die Juristen eines Tricks. Zwischen Weihnachten und Silvester beantragten sie beim Oberlandesgericht Köln die Festlegung des Gerichtsstands. Angesichts der vielen möglichen Beklagten wären mehrere Orte infrage gekommen. Durch den Antrag ist die Verjährung erst einmal gehemmt.

Der Klageentwurf liegt auch der Staatsanwaltschaft Köln vor, die strafrechtliche Ermittlungen rund um den Beinaheruin von Sal. Oppenheim führt. Der früheren Führung um Matthias Graf von Krockow (62) und Christopher Freiherr von Oppenheim (46) werden Untreue in mehreren Fällen und dem langjährigen Oppenheim-Partner Esch zum Teil Beihilfe hierzu vorgeworfen. Die ersten Anklagen wurden schon erhoben.

Gleichgültig, ob die Schickedanz-Klageschrift zu einem Zivilprozess führt - sie liest sich wie ein Wirtschaftsthriller, der Dummheit, Dreistigkeit und Gier in unfassbaren Ausprägungen vereint. Schwer durchschaubare Rollen spielen Madeleine Schickedanz' dritter Ehemann Leo Herl (68), lange Mitglied des KarstadtQuelle-Aufsichtsrats, und die einstigen Vorstandschefs Wolfgang Urban (66) sowie Thomas Middelhoff (58).

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