Mittwoch, 24. Oktober 2018

Managerpensionen Bestens versorgt

Pensionen: Manager mit abgeschlossener Vermögensbildung
Corbis

2. Teil: Luxuspensionen und üppige Vorruhestandsklauseln

Die Summen, die dabei in die Pensionszusagen fließen, türmen sich zu stattlichen Beträgen. Rund 64 Millionen hat etwa Volkswagen Börsen-Chart zeigen für die Altersvorsorge seiner derzeit acht Vorstände zurückgelegt, beim Chemieriesen BASF Börsen-Chart zeigen addieren sich die Rückstellungen für die aktuelle Führungscrew auf 56 Millionen. Insgesamt stehen mehr als 580 Millionen Euro für die künftigen Pensionen der heutigen Topmanager in den Bilanzen der 30 Dax-Konzerne.

manager magazin hat zusammen mit Professor Joachim Schwalbach von der Berliner Humboldt Universität und renommierten Vergütungsexperten die Pensionszusagen der 80 größten deutschen Börsenfirmen analysiert. Das Ergebnis: Trotz der im Vorstandsvergütungsgesetz verschärften Regeln zur Dotierung der Alterssaläre werden weiterhin Luxuspensionen gezahlt und üppige Vorruhestandsklauseln ausgehandelt.

Üblich sind zwar meist 50 oder 60 Prozent der letzten Fixbezüge, doch in vielen Vorstandsverträgen sind Firmenrenten festgeschrieben, die sich in Größenordnungen von bis zu 80 Prozent bewegen. Oftmals besteht der Anspruch auf Ruhegeld bereits ab dem 60. Lebensjahr. Und selbst wenn eine Spitzenkraft ihren Job ein paar Jahre vor Erreichen der offiziellen Altersgrenze verliert, ist das meist alles andere als ein finanzieller GAU. In diesen Fällen sorgt eine fein ausgeklügelte Mischung aus Übergangsgeldern und Abfindungszahlungen dafür, dass die pekuniären Folgen der Trennung überschaubar bleiben. Zudem sind die Regelungen oft intransparent und werden in dicken Geschäftsberichten irgendwo versteckt.

Die Generation Topmanager, die derzeit Deutschlands große Börsenkonzerne regiert, lebt so in einem goldenen Zeitalter persönlicher Vermögensbildung. Vielfach kurz nach der Jahrtausendwende an die Spitze gerückt, gehörten sie zu den Ersten, die von den damals frisch aufgelegten opulenten Aktienprogrammen profitierten. Zugleich nahmen sie wie selbstverständlich die großzügigen Versorgungssysteme der alten Deutschland AG für sich in Anspruch. Best of both worlds.

Das Beste aus zwei Welten: Goldenes Zeitalter persönlicher Vermögensbildung

"In dieser Situation kann man eigentlich nichts falsch machen. Hat man Glück, macht man an der Börse den Deal seines Lebens", sagt der Hamburger Wirtschaftsprofessor Michael Adams: "Geht es schief, lässt es sich immer noch ganz gut von der Firmenpension leben."

Für Volker Heuer (58) ist es in der Tat ganz gut gelaufen. Kurz bevor der schwedische Finanzinvestor EQT im Sommer 2007 die einstige Daimler-Tochter MTU Friedrichshafen unter dem Label Tognum Börsen-Chart zeigen an die Börse brachte, sicherte sich der Chef des Großmotorenbauers rund drei Millionen Aktien oder 2,3 Prozent des Kapitals zu Vorzugskonditionen.

Vier Jahre und eine Kehrtwende des ursprünglichen Großaktionärs später ist Heuer um 72 Millionen Euro reicher. Wenn Daimler Börsen-Chart zeigen zusammen mit Rolls-Royce das Kommando übernimmt, wird Heuer schon nicht mehr an Bord sein. Im September geht der Ingenieur in den Ruhestand. Die knapp 250.000 Euro, die ihm künftig jährlich als Firmenpension zustehen, sind dann wohl nicht viel mehr als ein nettes kleines Zusatzeinkommen.

Sicher, solche Größenordnungen werden wohl auch in Zukunft eher die Ausnahme bleiben. Dennoch: Ein Blick in die Bilanz der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen macht deutlich, um welche Dimensionen es auch bei ganz normalen Dienstverhältnissen geht. Josef Ackermann (63), die Nummer eins des Marktführers, taugt wie in sämtlichen anderen Vergütungsfragen auch hier als Exempel für größtmögliches Verhandlungsgeschick.

Mehr als 560.000 Aktien seines Arbeitgebers hält er derzeit. Gleichzeitig hat der Geldkonzern 13,2 Millionen Euro für die Altersvorsorge des Schweizers zurückgestellt. Damit ist die Aufzählung der betrieblichen Sozialleistungen aber noch längst nicht am Ende.

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