Mittwoch, 24. Oktober 2018

TV-Stars Germany's next Topmanager

Gottschalk, Jauch & Co: Was die Quotenkönige verdienen
DPA

Am Sonntag gibt Günther Jauch sein Talk-Debüt in der ARD. Stars wie Jauch, Stefan Raab, Harald Schmidt und Thomas Gottschalk dominieren mit ihren Firmen das Fernsehgeschäft. Sie diktieren die Regeln - und verdienen dabei mehr als mancher Dax-Vorstandschef.

Hamburg - Einen ähnlichen Trubel um seine Person hat Günther Jauch bislang nicht erlebt. "Weit mehr als 100 Anfragen von den verschiedensten Medien", seufzt der Moderator, seien an ihn gerichtet worden. Manche wollen ihm nur ein paar Fragen stellen, andere ihn treffen oder beim Dreh zuschauen. "Ich schaff' das alles überhaupt nicht mehr", stöhnt Jauch. Es sei ihm "einfach nicht mehr möglich, das alles so abzuarbeiten, wie das verständlicherweise viele gern von mir möchten".

Und das alles nur aus einem eher unspektakulär wirkenden Anlass: Am kommenden Sonntag (11. September) feiert der Mann im Ersten die Premiere seiner wöchentlichen Talkshow "Günther Jauch", zur besten Zeit, die es für verfilmtes Gerede nach einhelliger Überzeugung gibt: Am Sonntagabend gleich nach dem "Tatort", dessen Millionenpublikum gern noch ein wenig vor der Glotze sitzen bleibt und sich mit gepflegtem Geschwätz ermüden, erschöpfen und bettfertig machen lässt. Man muss schon sehr viel verkehrt machen, um auf diesem Sendeplatz keine gute Quote zu erzielen.

Aber so eine Unterhaltungskünstlerseele ist zart, sie spürt den Druck, Routinier Jauch ist keine Ausnahme: "Fast überbordend", sagt er, sei die "Erwartungshaltung".

ARD-Programmchef Volker Herres, der den Mann zumindest für Sonntagsschichten von RTL abgeworben hat, ist, was seinen Spitzentransfer betrifft, von äußerster, geradezu öffentlich-rechtlicher Gelassenheit: Jauch habe bewiesen, lächelt Herres durchs Telefon, "dass er in allen Genres - von der seriösen Information bis zur großen Unterhaltungsshow - beim Publikum reüssiert und das ganze TV-Geschäft beherrscht".

Aber das TV-Geschäft beherrscht auch einen wie ihn, Jauch. Unruhe, Mühe und Anstrengungen, die den Journalisten Jauch bei den Vorbereitungen zu seiner neuen Sendung ergreifen - schließlich arbeitet er auch weiterhin für RTL ("Wer wird Millionär?") -, finden ihre Fortsetzung in der Betriebsamkeit des Unternehmers Günther Jauch: Wenn die Scheinwerfer erloschen und die Kameras ausgeschaltet sind, ist nur ein Teil seines Pensums erledigt.

Denn sozusagen im Nebenberuf produziert der Geschäftsmann Jauch sendefertige Programme in Fülle, und zwar für Kanäle und Moderatoren nicht aller, aber doch vieler Arten und Klassen.

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