Sonntag, 30. August 2015

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Teure Rohstoffe Wer mit Kreislaufwirtschaft gutes Geld verdient

Rohstoffboom: Die Nachfrage aus den Schwellenländern sowie der Bedarf der Hightech-Industrien bestimmen den Markt

Für Deutschlands Industrie werden die Rohstoffe knapp. Und so teuer, dass die neue Knappheit manches Unternehmen zu neuen Geschäftsmodellen zwingt. Wertvolle Materialien sollen künftig zu den Produzenten zurückkehren. Jetzt gibt es erste Erfolge.

Hamburg - Tausend PS Antriebskraft lassen die neue Halle auf dem Betriebsgelände des Kupferkonzerns Aurubis in Lünen erzittern. Ein riesiger Schredder zerhackt bis zu 500 Tonnen ausgediente Computer, Faxgeräte und Telefonanlagen pro Tag. Auf Hanuta-Maß verkleinert, rattert der Elektronikschrott auf Förderbändern an Magneten und Induktivfeldern vorbei. Sie ziehen Eisen- und Aluminiumteile aus der Masse. Der Rest fährt unter einer schmalen Brücke hindurch und in einen Tunnel hinein: Darin pustet Druckluft die verbliebenen Metalle hoch auf ein weiteres Band. Die Kunststoffteile fallen in einen Sammelcontainer.

Hinter der "Zauberhand", wie Werksleiter Franz-Josef Westhoff die Anlage scherzhaft nennt, verbirgt sich hochmoderne optoelektronische Sortiertechnik. In Sekundenbruchteilen wählt sie die Nichteisenmetalle - allen voran kupferhaltige Stücke - aus. In den pyro- und elektrometallurgischen Abteilungen des Recyclingzentrums verarbeitet Aurubis Börsen-Chart zeigen die Teile dann wieder zu 99,99-prozentigem Kupfer Börsen-Chart zeigen sowie einer Vielzahl Begleitmetallprodukten.

Aus Elektromüll entsteht wieder hochwertiger Rohstoff für Hightech-Produkte - ein perfekter Kreislauf. Und eine ideale Lösung für eines der größten Probleme der deutschen Industrie: die zunehmende Verknappung wichtiger Ressourcen und die damit rasant steigenden Kosten für den Materialeinsatz.

Ein Drittel der Kupferproduktion stammt bereits aus der Schrottverwertung

Theoretisch könnte Recycling ohne Qualitätsverlust einen - je nach Material unterschiedlich großen - Teil der Rohstoffnachfrage der Wirtschaft befriedigen. Von der Kupferproduktion bei Aurubis etwa stammt bereits ein Drittel aus Schrottverwertung.

In der Praxis jedoch ist Deutschland derzeit noch meilenweit davon entfernt, sämtliche verbauten Metalle oder Kunststoffe nach Ablauf der Produktlebenszeit wiederzugewinnen. Gerade kritische Werkstoffe wie Sondermetalle oder die begehrten seltenen Erden fliegen zum größten Teil auf den Müll.

Geschlossene Kreisläufe für hochwertige Materialien sind im Land der leidenschaftlichen Papier-, Plastik- und Glastrenner (Recyclingquote: 64 Prozent) im Moment so rar wie Platin Börsen-Chart zeigen in der Erdkruste. Allerdings haben Politik und Wirtschaft mittlerweile realisiert, welches Potenzial im sogenannten Urban Mining - neudeutsch für die Gewinnung von Ressourcen aus Abfall - steckt.

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