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25.09.2009
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Wahlprognose
Dramatischer Umschwung

Von Christian Rickens

2. Teil: Das große Stühlerücken

Schlecht sieht es für Laurenz Meyer aus, den wirtschaftspolitischen Sprecher der Unionsfraktion: Nach einem Zerwürfnis mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers verlor er seinen sicheren Platz auf der NRW-Landesliste und muss sich nun in seinem Wahlkreis in Hamm gegen SPD-Widersacher Dieter Wiefelspütz durchsetzen, der deutlich bessere Chancen aufs Direktmandat besitzt.

Die Entscheidung naht: Am Sonntag fordert Außenminister Steinmeier Bundeskanzlerin Merkel heraus
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REUTERS

Die Entscheidung naht: Am Sonntag fordert Außenminister Steinmeier Bundeskanzlerin Merkel heraus

Überhaupt: Die CDU wird sich in der Wirtschafts- und Finanzpolitik ganz neu sortieren müssen. Neben Meyer scheidet auch der finanzpolitische Sprecher Otto Bernhardt aus dem Bundestag aus. Ebenso Friedrich Merz, der langjährige marktwirtschaftliche Kopf der Union, und Hartmut Schauerte, Parlamentarischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Die letzten drei treten nicht zur Wiederwahl an.

Zu den Politikern, die sich angesichts dieses Aderlasses Hoffnung auf eine herausgehobenere Rolle machen dürfen, zählt der CDU-Abgeordnete Joachim Pfeiffer, derzeit energiepolitischer Sprecher.

Auch einer prominenten SPD-Politikerin droht der Mandatsverlust: Nina Hauer, Sprecherin des pragmatischen Netzwerkflügels, fehlt in Hessen ein sicherer Listenplatz, und sie liegt in ihrem Wahlkreis laut Election.de derzeit leicht hinter der CDU-Kandidatin zurück.

Insgesamt rechnet Election.de mit einer denkbar knappen Bundestagsmehrheit von Union und FDP. Zwar sehen die meisten Umfragen Schwarz-Gelb inzwischen unter 50 Prozent. Doch diese Zweitstimmenprognosen berücksichtigen nicht die insgesamt 15 Überhangmandate, die laut Wahlkreisprognose für die CDU anfallen. Die SPD hingegen kommt nur auf fünf Überhangmandate. Ein solch knappes Ergebnis liegt allerdings im Bereich der statistischen Fehlermarge, faktisch ist das Rennen am Sonntag wieder offen.

Sollte sich diese Prognose bewahrheiten, dann beginnt nach der Wahl in allen Parteien das große Stühlerücken: In der FDP rechnen viele Beobachter mit einem zähen Ringen zwischen den altgedienten Wirtschaftspolitikern Rainer Brüderle und Hermann Otto Solms, für die sich nun altersbedingt die letzte Chance auf ein Ministeramt eröffnet, und den auch schon nicht mehr so jungen Wilden wie dem Vorsitzenden des Haushaltsausschusses Otto Fricke (43), der in der vergangenen Legislaturperiode als Kritiker des großkoalitionären Haushaltsdesasters deutlich an Profil gewonnen hat.

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Die SPD-Minister wiederum müssten ihre Büros räumen und werden herausgehobene Positionen in der Fraktion anstreben - was dadurch erleichtert wird, dass SPD-Fraktionschef Peter Struck aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl antritt.

Doch der von election.de prognostiziete Vorsprung fällt mit 7 Mandaten derart knapp aus, dass am Ende des Wahlabends auch eine große Koalition stehen könnte. "Noch im August sah alles nach einer sicheren Mehrheit für Union und FDP aus", sagt Wahlforscher Moehl, "aber inzwischen haben wir ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen". Die Aufholjagd der SPD habe Anfang September mit dem TV-Duell der beiden Spitzenkandidaten Merkel und Steinmeier begonnen. Reicht es am Wahlabend doch nicht für Schwarz-Gelb, dann dürfte es eher die Bundeskanzlerin sein, die sich aus ihrer Partei unangenehme Fragen gefallen lassen müsste. Zum zweiten mal in Folge hätte sie einen längst sicher geglaubten Wahlsieg verspielt.

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