Dienstag, 20. November 2018

Karriere bei den Champions Die Welt ist nicht genug

Global, stabil und (fast) krisenresistent - die Allianz bietet Chancen wie kaum ein anderes Unternehmen der Finanzindustrie. Einsteiger werden vom ersten Tag an in globale Projekte eingebunden, wer auffällt, kommt rasch an verantwortungsvolle Jobs, viele leiten nach kurzer Zeit ihr eigenes Team. Ein Karrierereport.

Es war ein ungewöhnlicher Auftrag, mit dem Hannes Chopra vor rund zehn Jahren in das Flugzeug von München nach Moskau stieg. Im Koffer des damals 31-Jährigen lagen mehrere Tausend Dollar, penibel abgezählt, ordnungsgemäß deklariert und sauber in mittlere und große Scheine gebündelt. Geld, das für die Moskauer Allianz-Niederlassung zu dieser Zeit absolut lebensnotwendig war.

Nur wenige Tage zuvor hatte die Moskauer Regierung die Tilgung ihrer Schulden ausgesetzt, die Weltfinanzmärkte ins Chaos gestürzt und die russische Wirtschaft zum Stillstand gebracht. Im ganzen Land blieben Restaurants, Geschäfte und Bankschalter geschlossen. Bargeld war im Spätsommer 1998 Mangelware. Ohne den Geldboten hätten die Moskauer Allianz-Mitarbeiter lange auf ihre Gehälter warten müssen.

In den folgenden Jahren ist Chopra noch häufig nach Moskau geflogen. Etwa als es um den Einstieg der Allianz Börsen-Chart zeigen beim größten privaten russischen Krankenversicherer, Rosno, ging, anschließend als Leiter einer schnellen Eingreiftruppe, die das Geschäft der neuen Beteiligung auf Vordermann bringen sollte. Erst ab Mitte 2004 war Schluss mit der Vielfliegerei, Chopra rückte in den Vorstand der Rosno ein.

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Heute ist der Rheinländer mit indischen Wurzeln die Nummer eins beim drittgrößten russischen Versicherer. Er dirigiert 7500 Mitarbeiter und 100 Niederlassungen. Allein 2007 steigerte die russische Allianz ihre Bruttoprämie um 20 Prozent auf rund 900 Millionen Euro. Chopras Mission: Er soll in einem der wachstumsstärksten Versicherungsmärkte der Welt schneller sein als die Konkurrenz.

Knapp 13 Jahre ist Chopra nun bei der Allianz, rund elf Jahre dauerte der Durchmarsch vom Controller zum CEO einer der zukunftsträchtigsten Gesellschaften im globalen Reich des Versicherungsriesen. "Wenn mir jemand an meinem ersten Tag erzählt hätte, welche Möglichkeiten sich mir in den kommenden Jahren bieten würden, ich hätte ihn für verrückt erklärt", sagt der 42-Jährige.

Karrierepfade wie diesen wird es künftig häufiger geben. Innerhalb von knapp zwei Jahrzehnten ist aus einem vor allem auf den deutschen Markt fixierten Konzern ein globaler Multi geworden. Von den 180.000 Mitarbeitern arbeiten heute nur noch 72.000 in Deutschland. Der Rest verteilt sich auf 1000 Firmen in über 70 Ländern. Allein seit 2003 sind über Zukäufe und Gründungen 300 neue Firmen hinzugekommen.

© manager magazin 12/2008
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