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12.08.2008
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Hubert Burda
Letzter seiner Art

Von Klaus Boldt

4. Teil: "Ein Eigentümer kann nicht aufhören"

Im Laufe der Jahre hat Burda die seinem Künstlernaturell innewohnende Verwegenheit zu einer eigenen Methodik kühner Unternehmensführung vervollkommnet, in der keine Technik des Experimentierens und Expandierens vernachlässigt wurde: weder die Mittel der Beschwörung noch des Anschleichens oder Überrumpelns. Mit immer neuen Titeln versetzte er das Traditionshaus in mediale Dauererregung.

"Wenn man herausfordert, kann man in die Fresse kriegen, und dann steckt man's ein, und dann geht's wieder weiter."

Hubert Burda

Nicht alles konnte gelingen: Die deutsche Ausgabe des Wirtschaftsmagazins "Forbes" etwa oder das Internetportal Europe Online endeten tragisch. Zum Debakel entwickelte sich sein gegen die "Bild"-Zeitung aufgebotenes Kampfblatt "Super": 30 Millionen Euro kostete ihn der Angriff und viel Ansehen noch dazu. "Die Schlacht hat man verloren. Das gehört dazu", sagt Burda. "Wenn man herausfordert, kann man in die Fresse kriegen, und dann steckt man's ein, und dann geht's wieder weiter."

Tatsächlich forderte der beherzte Münchener schon zwei Jahre später, 1993, den nächsten Marktführer heraus, diesmal den SPIEGEL - und diesmal machte er alles richtig: Die Nachrichtenillustrierte "Focus", gemeinsam mit Chefredakteur Helmut Markwort entwickelt und etwas in ihrer Art bis dahin völlig Neues, wurde zu einem verlegerischen Triumph. Ein "Lebenstraum" (Burda) erfüllte sich. Sieben Jahre nach dem Tod seines Vaters trat Hubert Burda aus dessen Schatten.

Die Zukunft ist nichts, was einem Mann wie Burda Sorgen bereitete. Nach der FAZ-Gruppe und Bertelsmann genießt sein Haus das höchste Ansehen unter allen deutschen Medienunternehmen.

Der tragisch frühe Tod seines Sohnes Felix 2001, Kind aus erster Ehe, hat die Familie freilich einer Generation beraubt. Seine Kinder mit Maria Furtwängler, Jacob (18) und Elisabeth (16), kommen als direkte Nachfolger kaum in Betracht. Lange Zeit galt der Konzern deshalb als Übernahmekandidat.

Doch Burda ("Ein Eigentümer kann nicht aufhören") hat sich entschlossen weiterzumachen, denn die Zeiten sind rau und ungewöhnlich, mithin ganz nach seinem Geschmack.

Erbittert kämpfen Verlage um Leser und Anzeigenkunden, die sich massenhaft dem Internet zuwenden: "Wir leben in einer Schwellenzeit", schwärmt Burda. "Von den analogen zu den digitalen Medien." Etwas Besseres konnte ihm nicht passieren. Was schert ihn eine Welt vollendeter Tatsachen? "Ein Verleger", sagt er, "muss immer mit den neuen Ideen gehen."

Als Quell alles Neuen öffnet sich ihm, mehr als vielen anderen, das Internet selbst, das er zu einer Welt alles Möglichen überhöht, des gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Wandels. Ihn erinnere das Heute, sagt er, an eine andere Zeitenwende. "Es ist", ruft er fast, "wie 1492: Was kostet das Schiff?"

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