Hall of Famemanager magazin RSS  - Hall of Fame

Alle Artikel und Hintergründe


12.08.2008
Twitter GooglePlus Facebook

Hubert Burda
Letzter seiner Art

Von Klaus Boldt

3. Teil: "Ein Moment der Befreiung"

Burda geht einer anspruchsvollen Redeweise nach. Wenn er spricht, späht er zwischendurch gern einmal ins Leere und Nachdenkliche, als lauschte er den kleinen, unbedeutenden Lauten, die immer zu hören sind, auch wenn es ganz still ist. Aber er denkt einfach nur nach: Er liebt es, sich klar auszudrücken, und er ist ein Mann, der es gewohnt ist, geduldige Zuhörer zu haben. Kurz, man hat Sorge, dass er mit all dem, was ihn beschäftigt, nicht fertig werden könnte.

Vor 22 Jahren hat er die Führung des väterlichen Unternehmens übernommen und den Umsatz auf heute 1,69 Milliarden Euro mehr als verdreifacht. Der Kampfrekord des Kunstfreundes ist beachtlich, seine Statistik beeindruckend.

Verlegte das Haus 1986 nur 15 Zeitschriften in Deutschland, sind es heute 74 (und 262 auf der ganzen Welt). Unter Burdas Regie führte der Konzern mehr neue Titel ein als jeder andere deutsche Großverlag. Ihm gehören Dutzende von Internet- und Radiobeteiligungen, TV-Produktions- und Direktmarketingfirmen. Burda verwandelte das Offenburger Druck- und Verlagshaus in einen eleganten europäischen Medienkonzern.

Die Jahre, die er durchlebt und viele davon auch durchlitten hat, waren lange Zeit geprägt von einer machtvollen Vaterfigur: Franz Burda (1903 bis 1986), ein Held der Aufbaujahre und des Wirtschaftswunders. Auch seine Mutter, die 2005 verstorbene Aenne Burda, war eine erfolgreiche Verlegerin ("Burda Moden"), ebenso draufgängerisch wie geschäftstüchtig. Und so schritten die Erwartungen neben Hubert Burda her wie Wächter neben einem Gefangenen.

Der jüngste von drei Brüdern floh aus der Offenburger Provinz in die Literatur und Philosophie: Las Heidegger, Sartre, ging nach München, zog durchs Schwabing der 60er Jahre, wollte Maler werden, Kunst studieren - und einigte sich mit dem Vater auf die Kunstgeschichte.

Ins elterliche Unternehmen trat Hubert Burda 1966 ein, amtierte von 1976 bis 1985 als Chefredakteur der "Bunten". Nach dem Tod seines Vaters im selben Jahr, für ihn auch "ein Moment der Befreiung", wurde das Erbe auf sein Betreiben hin "fair auseinanderdividiert": Die drei Brüder waren zu der Auffassung gelangt, dass sie getrennt weiter kämen als gemeinsam. Hubert Burda bekam das Stammgeschäft, Verlag und Druckereien, seine Brüder nahmen die Vertriebsfirmen in ihre Obhut, Papierfabriken und einen Anteil am Springer-Verlag, wegen dessen Verkauf Burda seine Brüder später erfolglos verklagte.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live




Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Handytarife: Finden Sie den passenden Tarif Handytarifvergleich:
Finden Sie den passenden Tarif
Handytarife: Finden Sie den passenden Tarif Tablet Tarifvergleich:
Surfen Sie günstiger