Dienstag, 20. November 2018

Benckiser Von Calgon bis Bally

Eine unbekannte deutsche Milliardärsfamilie hat mit bekannten Marken zwei erfolgreiche Weltfirmen aufgebaut: Reckitt Benckiser und Coty. Nun planen die Reimanns einen globalen Luxuskonzern.

Diese Marken sind so etwas wie Begleiter durch die Höhen und Tiefen des kapitalistischen Lebens geworden: das Pickelvernichtungsmittel Clearasil, das Waschmittel Woolite, Geschirrspüler-Tabs von Calgonit, die Edelparfüms von Calvin Klein oder Davidoff sowie Designerschuhe von Bally.

Doch fast niemand weiß, dass diese Produkte (und noch viele, viele mehr) aus einem Hause stammen. Und noch weniger ahnen, dass der Herrscher über dieses globale Markenimperium eine deutsche Familie ist: die Reimanns, Deutschlands unbekanntester Milliardärsclan. Die vier Familienstämme fristen irgendwo im kurpfälzischen Niemandsland rund um Mannheim ihr unbehelligtes Dasein.

Die Reimanns sind eine der erfolgreichsten Unternehmerfamilien im Nachkriegs-Deutschland. Zwei florierende Weltkonzerne - das Wasch- und Reinigungsmittelunternehmen Reckitt Benckiser Börsen-Chart zeigen in London und den weltgrößten Parfümkonzern, Coty in New York - haben sie in den vergangenen zwei Jahrzehnten errichtet. Und nun wollen sie einen dritten aufbauen: einen globalen Luxuskonzern namens Labelux.

Eigentlich sind die Reimanns nur die Geldgeber. Der, der die unternehmerischen Ideen hat und sie letztlich auch verwirklicht, ist ein Familienfremder: Peter Harf (62), der Macher des reimannschen Milliardenimperiums. Er kann deswegen getrost als einer der besten deutschen Manager bezeichnet werden - und trotzdem ist er fast so unbekannt wie die Reimanns.

Zwar ist er nicht so unnahbar wie die verschwiegene Familie, aber er ist auch keiner der eitlen Menschen, die es an die Öffentlichkeit drängt. Und er ist keiner dieser geklonten Managertypen, die in ihren einheitsgrauen Arbeitsuniformen samt Kleidersack und betriebsbereitem Blackberry aus den Flugzeugen stürmen.

© manager magazin 7/2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH