Freitag, 16. November 2018

Was macht eigentlich Johann C. Lindenberg?

33 Jahre hat Johann C. Lindenberg die Geschicke von Unilever mitgeprägt, bis 2005 war er Deutschland-Chef des Konsumgüterkonzerns. Nebenbei leitete Lindenberg den Markenverband und wetterte gegen die Geiz-ist-geil-Mode. Heute profitieren diverse Aufsichtsräte von den Erfahrungen des "passionierten Nichtgolfers".

"Jetzt aber schnell, bitte." Johann C. Lindenberg drängt zur Eile. In einer Stunde gehe sein Flug, mahnt der ehemalige Chef von Unilever Deutschland. Dann sei er erst nächste Woche wieder zu sprechen. Nein, bestenfalls am Donnerstag, wenn überhaupt.

Viel beschäftigt: Ex-Unilever-Manager Lindenberg
Schwer zu glauben bei dieser Termindichte, dass Lindenberg zur Riege der Vorstandsruheständler zählt. Der hochgewachsene Manager mit dem vollen dunklen Haar und der sonoren Stimme wirkt immer noch so, als sei er im aktiven Dienst.

Dabei übergab Lindenberg die Geschäfte bei Unilever bereits 2005 an seinen Nachfolger Henning Rehder. Bis dahin galt er als Unilever-Urgestein. 33 Jahre war er im Unternehmen auf unterschiedlichen Posten tätig, zuletzt als Deutschland-Chef des britisch-niederländischen Konsumgütergiganten. Nebenbei leitete Lindenberg den Markenverband und wetterte heftig gegen die Geiz-ist-geil-Mode.

Für die Vorzüge des Altenteils kann Lindenberg sich nur bedingt begeistern. Er widmet sich zwar der Lektüre von Belletristik und reist auch viel. Dennoch reicht ihm das nicht. "Ruhe ist schön, aber kein erstrebenswerter Dauerzustand." Während die Altersgenossen an ihrem Golf-Handicap feilen, sucht sich der "passionierte Nichtgolfer" (Lindenberg über Lindenberg) neue Aktionsfelder: "Mir ist wichtig, dass ich mit Geist und Fantasie tätig bleibe."

Vor allem Aufsichtsratsmandate sammelt Lindenberg wie andere Leute Münzen. In sechs Kontrollgremien sitzt er, unter anderem bei Gruner + Jahr und bei Esso Deutschland.

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© manager magazin 12/2007
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